Maach mat-Aktioun: Wann d’Nuecht fénkelt… Gitt op d’Sich no de Gehaansfénkelcher a loosst iech verzauberen!

Haben Sie schon einmal “Gehaansfénkelcher” – auf Deutsch Glühwürmchen – gesehen? Falls nicht, dann können Sie sich freuen, denn die Zeit naht – Ende Juni lassen sie sich beobachten. Und sogar falls Sie zu den Glücklichen gehören, die diese fliegenden Lichtlein an lauen Sommerabenden schon gesehen haben – man kann sich nicht satt daran sehen, dieses Naturschauspiel verzaubert immer wieder!

Der Mouvement Ecologique ruft Sie auf, diesen magischen Moment nicht zu verpassen! Glühwürmchen erscheinen nur wenige Abende im Jahr und sind in Luxemburg etwa zwei Wochen lang rund um den 23. Juni sichtbar. Wir haben Ihnen die wichtigsten Infos zu den Insekten zusammengestellt und erklären auch, warum sie immer seltener zu sehen sind.

Damit Sie den Moment verewigen können, gibt es eine Anleitung zum Fotografieren zusammengestellt von der Glühwürmchen-Szenerie. Es ist allerdings nicht trivial, das Leuchten fotografisch einzufangen – Langzeitbelichtung ist das Stichwort. Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Ein zauberhaftes Schauspiel in lauen Sommernächten - das Funkeln der “Gehaansfénkelcher” (c) Quit007

Ein zauberhaftes Schauspiel in lauen Sommernächten – das Funkeln der “Gehaansfénkelcher” (c) Quit007

 

Was sind Glühwürmchen und warum leuchten sie?

Glühwürmchen sind keine Würmer – es handelt sich um Käfer aus der Familie der Leuchtkäfer (Lampyridae). In Luxemburg kommen drei Arten vor: der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca), der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) und der Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus).

Die Weibchen aller Arten sind flugunfähig und versuchen in der Nacht durch ihr Leuchten Männchen auf sich aufmerksam zu machen, damit sie sich paaren können. Das Fehlen der Flügel bei den Weibchen sowie ihr länglicher, segmentierter Körperbau hat ihnen die “Würmchen”-Bezeichnung eingebracht. Beim Kleinen Leuchtkäfer leuchten auch die Männchen – fliegende Lichtpunkte sind bei uns also immer dieser Art zuzuordnen. Die Männchen des Großen Leuchtkäfers hingegen besitzen keine funktionsfähigen Leuchtorgane. Männchen und Weibchen des Kurzflügel-Leuchtkäfers können zwar leuchten, machen dies aber nur sehr schwach und auf Störung hin. Sie sind beide zudem flugunfähig.

Die Larven aller drei Arten leuchten ebenfalls, allerdings ist der biologische Sinn davon noch nicht eindeutig geklärt, denn zu Paarungszwecken dient es in diesem Stadium noch nicht. Wahrscheinlich dient es eher der Abschreckung von Fressfeinden.

 

Der Stoff der uns staunen lässt: Luziferin

Weibchen des Großen Leuchtkäfers (C) Wofl commonswiki

Weibchen des Großen Leuchtkäfers (C) Woflcommonswiki

 

 

Glühwürmchen erzeugen sogenanntes „kaltes“ Licht, das nicht durch Wärme entsteht. Sie besitzen einen Leuchtstoff namens Luziferin, der zusammen mit dem Enzym Luziferase und Sauerstoff zum Leuchten gebracht wird. Dabei wird die frei werdende Energie zu 98 % in Licht umgewandelt. Zum Vergleich: LEDs schaffen eine Effizienz von etwa 50 %, klassische Glühbirnen lediglich 5 % – Leuchtkäfer sind der menschlichen Technik also weit überlegen!

 

 

 

 

 

 

Wann kann man sie beobachten – und warum heißen sie auf Luxemburgisch „Gehaansfénkelcher“?

Glühwürmchen lassen sich vor allem zwischen 22 und 24 Uhr beobachten, am besten bei Neumond. Ihr Leuchten fällt genau in die Zeit um den Johannistag (23. Juni) – daher der luxemburgische Name „Gehaansfénkelcher“: Gehaans steht für Johannes (wie in Gehaansdag, dem Johannistag), Fénkelcher bedeutet Fünkchen. Es sind also die „Johannis-Fünkchen“ – kleine Lichter, die die Sommersonnenwende ankündigen.
Die jetzt zu beobachtenden Vertreter der Leuchtkäfer sind vor allem der Große und der Kleine Leuchtkäfer. Der Kurzflügel-Leuchtkäfer paart sich erst im Spätsommer und leuchtet dann aber auch nur schwach mitten in der Nacht.

Ein Spektakel, das immer seltener wird

Früher leuchteten Glühwürmchen an Sommerabenden an vielen Wegesrändern und Waldrändern – heute muss man gezielt suchen, um sie zu finden. Die drei häufigsten Ursachen für ihren Rückgang sind Lebensraumverlust, Pestizide und Lichtverschmutzung.

Künstliches Licht aus Siedlungen und von Straßen stört insbesondere das Paarungsverhalten: Die nächtliche Beleuchtung bringt nicht nur den Biorhythmus der Käfer durcheinander, sondern stört vor allem ihre Paarungsrituale – die Männchen finden die leuchtenden Weibchen schlicht nicht mehr.

Der Verlust naturnaher Lebensräume trifft Glühwürmchen ebenso wie viele andere Insekten. Sie brauchen strukturreiche Landschaften mit Gebüschsäumen, reich gegliederten Waldrändern und ungemähten Wegrändern – Elemente, die in unserer Landschaft immer seltener werden und dringend gefördert und wiederhergestellt werden müssten. Andere Tierarten, die der Mouvement Ecologique in früheren Aktionen vorgestellt hat – wie Igel, Gartenschläfer und Feldhase – sind auf dieselben Strukturen angewiesen. Das Glühwürmchen zeigt damit beispielhaft, wie ganze Artengemeinschaften unter denselben Ursachen leiden.

 

In dieser Landschaft müssten sich Glühwürmchen finden lassen: Die Mischung von Wald, Waldrand, ungemähten Wegrändern und ungedüngten Wiesen – fernab von künstlichen Lichtquellen- stellen ein gutes Habitat dar.

In dieser Landschaft müssten sich Glühwürmchen finden lassen: Die Mischung von Wald, Waldrand, ungemähten Wegrändern und ungedüngten Wiesen – fernab von künstlichen Lichtquellen- stellen ein gutes Habitat dar.

 

 

 

Besonders alarmierend ist die direkte Wirkung von Pestiziden: Untersuchungen zeigen, dass viele herkömmlich eingesetzte Pestizide Leuchtkäfer schädigen. So schrumpfte in einem Versuch die Zahl erwachsener Glühwürmchen um rund 70 %, wenn das Saatgut mit dem Neonikotinoid Clothianidin behandelt worden war. Dieser Wirkstoff ist berechtigterweise seit ein paar Jahren hierzulande nicht mehr für den landwirtschaftlichen Gebrauch zugelassen. Doch es zeigt eindrücklich das Problem: Obwohl Glühwürmchen zu den Nützlingen zählen (die Larven fressen Schnecken), wirken diese Pflanzenschutzmittel nicht selektiv nur gegen die anvisierten Schädlinge. Sie treffen alles – und das oft bereits im Larvenstadium, das die Leuchtkäfer bis zu drei Jahre lang im Boden verbringen.

 

 

 

 

 

 

 

Haalt de Gehaansfénkelcher-Danz op Foto fest – an deelt e mat eis

Anleitung für Glühwürmchen-Fotos

Befolgen Sie Schritt für Schritt-Anleitung, um das Licht der Glühwürmchen per Foto einzufangen, ohne sie zu stören.  Ab Mitte Juni ist die Anleitung auch als Video auf unserer Homepage verfügbar.

 

  1. Den richtigen Zeitpunkt wählen
  • Warten Sie auf eine warme, windstille Nacht, Mitte bis Ende Juni, kurz nach Sonnenuntergang.
  • Kommen Sie vor Sonnenuntergang an Ihren Aufnahmeort, damit Sie die Bildkomposition und die gewünschte Tiefenschärfe noch vor Einbruch der Dunkelheit einstellen können.
  • Warten Sie, bis die Intensität des Leuchtens zunimmt – gegen 22 bis 22:30 Uhr, wenn die Glühwürmchen ihre volle Pracht entfalten.

 

  1. Den richtigen Ort finden
  • Am besten besichtigen Sie den Ort tagsüber, damit Sie sich für die Fotoaktion im Dunkeln zurechtfinden und schon wissen, wo Sie die Kamera aufstellen. Dies ist auch wichtig, um auszuwählen, welches Motiv Sie im Hintergrund haben wollen (ein hübscher Ausschnitt auf ein Tal, ein Weg …)
  • Wählen Sie einen lichten Wald, Waldrand oder eine Wiese mit hohem, ungemähtem Gras – Glühwürmchen mögen ruhige, naturnahe Bereiche in der Nähe von Hecken oder Bäumen.
  • Vermeiden Sie Lampen oder Blitzlicht: Künstliches Licht vertreibt die Glühwürmchen. Wählen Sie in dem Sinn einen Ort, der weitab von Straßenbeleuchtung liegt.
  • Machen Sie es sich bequem, ohne die Vegetation zu zertreten.

3.

  • Benutzen Sie ein Stativ, um jede Bewegung zu vermeiden.
  • Stellen Sie die Kamera auf manuellen Modus ein:
    • ISO: 400 bis 1000, passen Sie den ISO‑Wert schrittweise an, während es dunkler wird, um genügend Licht einzufangen.
    • Blende: f/1,4 bis f/4
    • Belichtungszeit: zwischen 5 und 20 Sekunden
    • Metern Entfernung (dies noch während der Dämmerung einrichten, nicht wenn es schon dunkel ist). Wähen Sie einen Fixpunkt, wo später Glühwürmchen fliegen werden (Zweig, hohes Gras). Sobald der Fokus eingestellt ist, deaktivieren Sie den Autofokus, damit Ihre Einstellung sich nicht verändert.

Je länger die Belichtungszeit, desto sichtbarer und künstlerischer werden die Lichtspuren der Glühwürmchen. Aber über 20–30 Sekunden hinaus kann das Bild zu hell werden oder an Kontrast verlieren. Testen Sie mehrere Zeiten, um die richtige Balance zu finden.

FOTO aus Video, Anastasia Kamera

 

  1. Auslösen ohne die Kamera zu berühren

Um die Kamera während der Aufnahme nicht zu bewegen und somit “Wackler” zu vermeiden:

  • Benutzen Sie eine Fernbedienung (kabelgebunden oder Bluetooth).
  • Oder verbinden Sie Ihr Smartphone per Hersteller-App mit der Kamera (Canon Camera Connect, Nikon SnapBridge, Sony Imaging Edge…).
  • Wenn weder Fernbedienung noch Mobilverbindung verfügbar sind, aktivieren Sie den Selbstauslöser mit 2 bis 5 Sekunden.
  1. Die Magie festhalten
  • Lassen Sie die Kamera mehrere Sekunden lang geöffneet, damit die Lichtpunkte ihre Spuren zeichnen können.
  • Versuchen Sie mehrere Aufnahmen, um verschiedene Effekte zu erzielen – manchmal reicht ein einziges Glühwürmchen, um ein märchenhaftes Bild zu erschaffen.

Beispill Fotto vu Claude oder Crista Brind

  1. Die Natur respektieren
  • Berühren Sie keine Glühwürmchen und leuchten Sie sie nicht direkt an.
  • Beobachten Sie, fotografieren Sie und lassen Sie dem Wald seinen Zauber.

✨ Teilen Sie Ihre Fotos mit uns per Mail an natur@oeko.lu oder markieren Sie sie auf Social-Media mit dem Hashtag #mecoglow und helfen Sie mit, diese Wunder unserer luxemburgischen Nächte bekannt zu machen.

Bei unserer Nachtwanderung am 20.06. wird live vor Ort demonstriert, wie diese Fotos gemacht werden können.