Mehr Biodiversität – mehr wild lebende Bienen – Bericht zur Konferenz « Das geheime Leben der wild lebenden Honigbienen »
Bericht zur Konferenz « Das geheime Leben der wild lebenden Honigbienen » vom 4. Mai 2026 mit Dr. Benjamin Rutschmann.
Rund 40 Personen nahmen an der gemeinsam von Mouvement Ecologique (Meco) und Honey Bee Wild Luxembourg (HBWLux) organisierten Konferenz teil.
In seiner Einleitung ging Roger Dammé kurz auf den Ursprung der Initiative für die Suche und Beobachtung von wild lebenden Honigbienen in Luxemburg im Jahr 2018 ein. Rund 90 Nester konnten inzwischen gefunden werden, von denen allerdings rund ein Drittel in der Zwischenzeit zerstört sind (Baum gefällt oder umgefallen, Fassade abgedichtet usw.).
Seit 2025 sind die wild lebenden Honigbienen in der EU als « gefährdet » eingestuft. Dazu haben auch die mehrjährigen Daten aus Luxemburg, welche von HBWLux an die International Union for Conservation of Nature (IUCN) weitergegeben wurden, beigetragen. Ein Dank ging an die freiwilligen Helfer, die sich drei Mal im Jahr an der Überwachung der bekannten Nester beteiligten.
Rückgang wild lebender Bienenvölker
Wie der Ökologe und Bienenforscher Dr. Benjamin Rutschmann in seinem Vortrag erläuterte, nimmt die Zahl der imkerlich gehaltenen Honigbienenvölker weltweit weiterhin zu. Gleichzeitig deuten verfügbare Daten aus Afrika sowie Nord- und Südamerika auf einen Rückgang frei lebender Populationen hin. Auch in Europa zeichnen Untersuchungen aus sieben Ländern (CH, DE, ES, FR, LU, PL, UK) ein ähnliches Bild. Insgesamt wird der Bestandstrend wild lebender Honigbienen überwiegend negativ bewertet, was sich unter anderem in der Einstufung durch die IUCN als „Endangered“ widerspiegelt.
Große alte Bäume – der bevorzugte Lebensraum
Die Erforschung dieser Populationen gestaltet sich schwierig. Wilde Honigbienen leben häufig verborgen in sogenannten „Bienenbäumen“ – großen, alten Bäumen mit Baumhöhlen von mindestens 30 Litern Volumen. Solche Nistplätze befinden sich oft in dichten Wäldern und sind entsprechend schwer aufzuspüren. Besonders in ausgedehnten Buchenwäldern gleicht die Suche nach besetzten Baumhöhlen daher oft der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Citizen-Science-Projekte sollen helfen, mehr Daten über wilde Honigbienen zu sammeln. Doch auch hier ist die Herausforderung groß, verlässliche und wissenschaftlich belastbare Informationen zu gewinnen.
Für das Überleben wildlebender Honigbienen spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Besonders bedeutend ist der Mangel an geeigneten Ressourcen. Eine hohe Biodiversität im Offenland gilt als zentrale Voraussetzung für ausreichende Nahrung. Interessanterweise belegen Untersuchungen, dass wilde Völker oft eine geringere Parasitenbelastung aufweisen als Bienenvölker aus der Imkerei.
Auf der Suche nach geeigneten Hohlräumen stehen Honigbienen in Konkurrenz zu anderen Tierarten. Der Wettbewerb um geeignete Nistplätze verschärft sich zusätzlich durch den Mangel an alten Bäumen mit ausreichend großen Höhlungen – jene selten gewordenen „Bienenbäumen“, die für wilde Honigbienen überlebenswichtig sind. Der Schutz der Lebensräume, insbesondere große und alte Bäume, ist demnach ein wichtiges Anliegen.
Gemeinsamer Appell: Stopp dem Gebot der Zerstörung der Nester wild lebender Honigbienen
Im Rahmen der Konferenz wurde auch auf einen gemeinsamen Brief vom Luxemburger Landesverband für Bienenzucht, HBWLux und Meco an die Minister für Landwirtschaft und Umwelt hingewiesen. Darin fordern die drei Organisationen die Regierung auf, eine großherzogliche Verordnung, welche die obligatorische Zerstörung (!) von Nestern wild lebender Honigbienen festschreibt, endlich zu ändern.
18.05.26







