Energiewochen 2026 – Vier Projekte zeigen das Potenzial des Bestands

Unter dem Motto „Ressourcen schonen, Räume schaffen – nachhaltige Umbauprojekte“ standen die diesjährigen Energiewochen ganz im Zeichen der Frage, wie bestehende Gebäude zur Lösung aktueller Herausforderungen beitragen können. Angesichts des steigenden Wohnraumbedarfs, begrenzter Flächenreserven und der Notwendigkeit, Ressourcen und Energie einzusparen, rückt die Weiterentwicklung des Gebäudebestands zunehmend in den Fokus. Die vier besichtigten Projekte zeigten eindrucksvoll, dass Umbau und Sanierung nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, sondern gleichzeitig hochwertigen und attraktiven Wohnraum schaffen können.

Mit rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stießen die Energiewochen auf großes Interesse. Viele Besucherinnen und Besucher standen selbst vor einem Umbau- oder Sanierungsprojekt und nutzten die Gelegenheit, konkrete Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und sich von realisierten Projekten inspirieren zu lassen. Der direkte Austausch mit den Bauherren erwies sich dabei erneut als besonders wertvoll. Die offenen Gespräche über Planungsentscheidungen, Bauabläufe, Materialwahl und die Erfahrungen nach dem Einzug machten die Projekte greifbar und lieferten zahlreiche praktische Anregungen.

Den Auftakt bildete ein bereits vor rund zehn Jahren fertiggestelltes Umbauprojekt in Mamer. Die ehemalige Hofanlage wurde mit großer Sorgfalt erhalten und an heutige Wohnansprüche angepasst. Im Mittelpunkt der Besichtigung standen die Erfahrungen der Bauherren nach einem Jahrzehnt Nutzung. Besonders hervorgehoben wurden das angenehme Raumklima und der hohe Wohnkomfort, die durch den konsequenten Einsatz ökologischer Baumaterialien und eine auf erneuerbaren Energien basierende Haustechnik erreicht werden. Die Bauherren betonten, dass sie ihre Entscheidung für den Erhalt des Bestands bis heute keine Sekunde bereut haben. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, dass nachhaltiges Bauen nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern langfristig auch die Wohnqualität steigert.

 

Projekt Mamerhaff

 

Die beiden Projekte in Remich veranschaulichten auf unterschiedliche Weise das Potenzial des Bestands zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Belebung des historischen Stadtkerns. Durch die Umnutzung und Sanierung bestehender Gebäude konnten mehrere zusätzliche Wohnungen geschaffen werden, ohne neue Flächen zu versiegeln.

 

Projekt Remich_2

 

Das erste Projekt umfasste die Renovierung und Erweiterung eines historischen Gebäudes im Zentrum von Remich. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von den Qualitäten des Bestands: hohe Räume, großzügige Fensterflächen und der außergewöhnliche Blick über die Mosel verleihen den Wohnungen einen besonderen Charakter. Gleichzeitig wurden moderne Anforderungen an Wohnkomfort und Hochwasserschutz konsequent berücksichtigt. Besonderes Augenmerk wurde zudem auf den Erhalt einer bestehenden Fledermauskolonie gelegt: Der Dachraum des ehemaligen Postgebäudes blieb als Rückzugs- und Lebensraum für die Tiere erhalten und zeigt beispielhaft, wie die Aufwertung bestehender Gebäude mit dem Schutz der Biodiversität verbunden werden kann. Das Projekt verbindet damit den Erhalt historischer Bausubstanz mit zeitgemäßen Wohnstandards.

Das zweite Projekt in Remich zeigte, wie durch die behutsame Umgestaltung zweier historischer Wohnhäuser neuer bezahlbarer Wohnraum entstehen kann. Besonders positiv aufgenommen wurden die großzügigen Außenräume und die hohe Aufenthaltsqualität des gemeinschaftlich nutzbaren Innenhofs. Die Verbindung von historischen Strukturen mit modernen architektonischen Elementen verdeutlichte, dass Umbauprojekte oft individuelle Lösungen hervorbringen, die sich deutlich von standardisierten Neubauten unterscheiden.

Den Abschluss bildete ein Mehrgenerationenprojekt in Bartringen. Hier wurde besonders deutlich, wie die kontinuierliche Umnutzung und Weiterentwicklung bestehender Gebäude dazu beiträgt, historische Bausubstanz langfristig zu erhalten. Was früher selbstverständlich war, ist angesichts steigender Grundstückspreise und eines starken Fokus auf Neubau heute leider zur Ausnahme geworden. Gleichzeitig zeigte das Projekt, wie gemeinschaftliches Bauen und Wohnen die Verbindung zwischen den Generationen stärken kann. Die verwendeten ökologischen Baustoffe, das angenehme Raumklima und die hohe Energieeffizienz überzeugten sämtliche Nutzerinnen und Nutzer. Auch hier fühlen sich die Bauherren in ihrer Entscheidung bestätigt, den Bestand zu erhalten und konsequent auf nachhaltige Baumaterialien sowie erneuerbare Energien zu setzen.

 

Projekt Bertrange

 

Die diesjährigen Energiewochen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial im Gebäudebestand steckt. Die vorgestellten Projekte machten deutlich, dass Umbau und Sanierung einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten können, ohne auf Wohnqualität verzichten zu müssen. Im Gegenteil: Oft entstehen gerade aus den Herausforderungen des Bestands besonders attraktive, identitätsstiftende und lebenswerte Räume. Die große Resonanz und die zahlreichen Gespräche vor Ort machten deutlich, dass das Interesse an nachhaltigen Umbauprojekten wächst und viele Menschen nach konkreten Beispielen suchen, wie eine ressourcenschonende Baukultur in der Praxis umgesetzt werden kann.