Nachhaltige Entwicklung
  • Print Friendly


Alles op de Vëlo am Mamerdall 2022: Ein erfolgreicher 25.Geburtstag mit vielen Teilnehmer:innen!

Seit den 90er Jahren organisiert der Mouvement Ecologique  den „Alles op de Vëlo am Mamerdall“. Vor allem zwei Beweggründe standen am Ursprung dieser Veranstaltung: Die Freude am Rad fahren! Einmal im Jahr sollten die Radfahrer:innen unbeschwert die sonst so gefährliche Strecke zwischen Mersch und Mamer nutzen um  so die attraktive Landschaft genießen zu können. Verbunden ist und bleibt der Tag aber auch mit konkreten Forderungen zur Förderung des Radverkehrs im Allgemeinen und dem Bau einer Radstrecke zwischen Mersch und Mamer.

Am 27. Juli 2021, dann fast 30 Jahre später, wurde endlich der 3,1 km lange Abschnitt vom PC14 zwischen Mersch und Schönfels offiziell eingeweiht. Somit fehlen bis nach Mamer noch rund 15 km… Deshalb gab es auch nach zwei Jahren „COVID-Pause“ ausreichend Gründe, erneut den „Alles op de Vëlo“ zu organisieren. Eines ist sicher: Der Mouvement Ecologique und seine Regionale Mersch und Umgegend setzen sich weiterhin dafür ein, dass der weitere Bau dieser Strecke keine 25 Jahre mehr dauert.

 

 

 

 

 

Dem Aufruf zum „Alles op de Vëlo“ folgten auch dieses Jahr wieder Tausende Radfahrer:innen aus dem ganzen Land. Die Freude, das schöne Mamertal einen Tag ohne Autoverkehr zu genießen, war groß. Aus den zahlreichen Gesprächen an den verschiedenen Stationen in Mamer, Schönfels, Kopstal und Mersch, zeigte sich, dass viele sich wünschen, diese und andere Strecken im Land sollten regelmäßig für Autos geschlossen werden. Mehr Gemeinden und Regionen sollten auch beim Fahrradsommer mitmachen und sich auch dazu entscheiden, Strecken über längere Zeiträume exklusiv für Fahrradfahrer: innen zu reservieren.

Vom Fahrradtag profitiert haben dann auch zahlreiche Familien. Ob im Fahrrad mit Anhänger, Cargo-Bike oder in Laufbegleitung, jeder konnte in Ruhe und in seinem Rythmus die Strecke absolvieren. Diejenigen, für die der Rückweg zu lang war, konnten auf einen Pendelbus zurückgreifen, sodass für jedes Alter und jedes Niveau etwas Passendes dabei war. Diese Diversität zeigt auch, dass gute Fahrradpisten und für Autos geschlossene Straßen dazu führen, dass sehr verschiedene Menschen jeden Alters vom Fahrrad profitieren können.

Das „Alles op de Vëlo“ lebt davon, dass sich zahlreiche Freiwillige an diesem Tag engagieren. Mit dabei waren auch dieses Jahr wieder ProVelo, das Lycée Josy Barthel aus Mamer, die Mierscher Scouten, die Schoenfelser Vereine und die Stëmm vun der Strooss, die Amicale der Kopstaler Feuerwehr, das CIGL, die Tandems de la Vue sowie die Polizei. Neu war dieses Jahr, dass die Teilnehmer:innen ihre Erinnerungsfotos in eine der beiden Fotoboxen in Mamer und Mersch machen konnten. Zudem wurde die neue Aktion des Mouvement Ecologique „Maach Plaz! Liewenswäert a lieweg Quartieren an Dierfer fir sech ze begéinen“ auf einer großen LED Leinwand vorgestellt. Zahlreiche Teilnehmer:innen diskutierten dann auch über die Vision der Merscher „Stäreplaz“, die zusammen mit dem Künstler Jan Kamensky in einer Animation erstellt wurde. (Die Videos finden sie auf www.meco.lu).

 

De Vëlo endlech eescht huelen! 

Der Erfolg des „Alles op de Vëlo“ zeigt nicht nur die große Begeisterung für den Fahrradtag, sondern ist auch eine klare Botschaft an die Politik: Die Förderung der aktiven Mobilität muss unbedingt zu einer Priorität der Mobilitätspolitik werden! Auch nach 25 Ausgaben soll der „Alles op de Vëlo“ alle politisch Verantwortlichen dazu ermutigen, konsequente Entscheidungen für ein flächendeckendes und sicheres Fahrradnetz zu treffen.

Die Vorteile des Fahrrads liegen dabei auf der Hand: es eignet sich besonders für Distanzen unter 10 km, sorgt für weniger Lärm und Emissionen als der Autoverkehr, reduziert den Stress für alle, ist gesundheitsfördernd, erlaubt es, lebenswerte Ortschaften zu gestalten … Jedoch verhindert noch allzu oft die Perspektive des Autofahrers das Entstehen einer guten Fahrradinfrastruktur, auf der auch Kinder und weniger geübte sicher und schnell von A nach B kommen.

Seit Jahren schauen wir mit neidischem Blick auf Länder wie die Niederlande oder Dänemark, die einer menschen- und klimafreundliche Mobilität den nötigen Stellenwert einräumen und diesen auch durch effektive und sichere infrastrukturelle Maßnahmen fördern. Darum wirft dieser Fahrradtag auch die Frage auf: Worauf warten wir? Mit Engagement sollte also die Umgestaltung der Straßenräume mit Berücksichtigung der aktiven Mobilität vorangetrieben werden. Ziel muss sein, Straßenräume wieder zu Lebensräumen für den Menschen zu machen. Nur so kann Schritt für Schritt ein Mentalitätswandel sowie ein allgemeines Verständnis und Respekt untereinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer entstehen.

Die Edition 2022 wäre nicht möglich gewesen ohne Unterstützung. Deshalb einen herzlichen Dank an dieser Stelle allen Helfer:innen, die die Veranstaltung durch ihren tatkräftigen Einsatz zu einem vollen Erfolg machten. Danke auch an die Gemeinden Mamer, Kopstal und Mersch, das Sportministerium, das Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten sowie die Straßenbauverwaltung! Ein zusätzliches Dankeschön gilt auch der CFL sowie dem “Schëndelser Schlassfest“.