Wéi kann duerch e modernt Energiekonzept e ganze Quartier mat erneierbarer Energie versuergt ginn?

Eine sehr anregende Besichtigung, die eine komplette Energiewende auf anschauliche Art verdeutlichte

Wie kann die Energieversorgung der Zukunft aussehen, wenn sie nicht mehr auf der Ebene einzelner Gebäude, sondern für ein ganzes Viertel gedacht wird? Genau dieser Frage ging eine Besichtigung des Mouvement Ecologique am vergangenen Samstag, dem 27. Juni, nach. Trotz der starken Hitze fanden sich 25 Interessierte ein, um sich vor Ort ein konkretes Bild davon zu machen, wie ein innovatives Quartiersenergieprojekt in der Praxis funktioniert.

 

Ein Projekt im kommunalen und regionalen Kontext

Der Bürgermeister der Gemeinde Saeul, Gérard Zoller, hat das Projekt eingangs in seinen größeren kommunalen und regionalen Zusammenhang eingebettet und die politischen Motivationen dahinter vorgestellt. So wurde von Beginn an deutlich, dass das Quartier „Am Pesch“ in Schwebach Ausdruck einer bewussten kommunalpolitischen Entscheidung ist: die Schaffung erschwinglichen Wohnraums, die Entwicklung lebenswerter Wohnviertel und das Energiekonzept zusammenzudenken.

 

Ein Energiekonzept, das von Anfang an mitgeplant wurde

Unter der fachkundigen Leitung von Ben Scheitler, Projektleiter beim Energiepark, wurde anhand der Präsentation und der Installationen vor Ort veranschaulicht, wie das Viertel in seiner Planung von einem Energiekonzept geleitet wurde, das auf einer gemeinschaftlichen Erzeugung und Nutzung von Energie basiert. Geothermie, Photovoltaik und weitere erneuerbare Energieträger werden hier intelligent miteinander verbunden. Eine gemeinsame Quartierbatterie ermöglicht es, überschüssige Energie zwischenzuspeichern und bedarfsgerecht zu verteilen, und über das sogenannte Energie-Teilen können die Haushalte selbst erzeugten Strom untereinander austauschen.

Dies spiegelt sich auch im Baulichen wider: So wurde beispielsweise die Orientierung der Gebäude – und damit der Dachflächen – so gewählt, dass die verschiedenen Solaranlagen zu verschiedenen Tageszeiten ihre optimale Produktion haben, sodass ganztägig ausreichend Strom für das Viertel produziert wird, also auch ausreichend zu Spitzenverbrauchszeiten, wie am späten Nachmittag, Strom produziert. Da Bohrungen nicht möglich waren, wurde auf vertikale – sehr schmale – vertikale Erdkollektoren zurückgegriffen. Vertikale Kollektoren bieten gegenüber horizontalen den Vorteil, dass sie den einzelnen Haushalten den größtmöglichen Handlungsspielraum bei der Gestaltung ihrer Gärten lassen.

Obwohl es sich um ein Neubaugebiet handelt, das von Grund auf nach diesen Prinzipien geplant werden konnte, lassen sich doch viele Aspekte auf den Bestand übertragen – insbesondere was die Umstellung auf Wärmepumpen angeht.

Insgesamt gelingt es, bis zu 80% des Verbrauchs des Viertels mit Solarstrom zu decken. 100% können nicht erreicht werden, da es immer Perioden gibt, an denen die Sonne nicht genug scheint, z.B. im Winter. Die Batterie verteilt die Produktion innerhalb eines Tages, saisonale Speicherung ist damit allerdings nicht möglich. Zusätzlich wird Strom ins Netz eingespeist. Die Planung einer Windkraftanlage in der Umgebung und der Anschluss der Siedlung an diese wird es erlauben, die „Selbstversorgung“ zu steigern.

 

Spürbarer Komfort: 22 Grad mitten in der Hitzewelle

Wie konkret sich ein durchdachtes Energie- und Gebäudekonzept im Alltag bemerkbar macht, zeigte schließlich die Besichtigung eines Wohnhauses auf besonders eindrückliche Weise. Während draußen die sommerliche Hitze herrschte, sorgten die Baumaterialien in Kombination mit der passiven Kühlung über eine Wärmepumpe im Inneren für angenehme 22 Grad.

Lediglich bei der Begrünung des Wohngebiets besteht noch Optimierungspotenzial – etwa durch die Überdachung der Parkflächen mit begrünten Carports oder durch zusätzliche schattenspendende Bäume im öffentlichen Raum.

 

Fazit

Die Besichtigung in Schwebach hat gezeigt, dass eine konsequente und umfassende Energiewende zahlreiche Vorteile bietet: Durch einen genossenschaftlichen Betrieb werden die Kosten für Unterhalt und Wartung gemeinschaftlich getragen, die Energiekosten für die Bewohner fallen insgesamt sehr günstig aus, und dank intelligenter Steuerungssysteme bleibt das Zusammenspiel der vielen verschiedenen Technologien für den Einzelnen einfach zu handhaben.

 

 

 

 

 

30.06.2026