Luxemburg brennt unter der Sonne – und das Umweltministerium veröffentlicht eine im Ton verharmlosende Klimabilanz (mit Video)
Wie gesetzlich vorgeschrieben hat das Umweltministerium am 31. Juli eine provisorische Bilanz der CO2-Emissionen in Luxemburg herausgegeben.
Die zentrale Aussage: Luxemburg erfüllt seine Reduktionsziele für das Jahr 2025. Alles gut, könnte man denken.
Dem ist leider bei weitem nicht so: Eine detailliertere Lektüre ergibt eigentlich ein sehr negatives Bild: Es ist nur dank des Transportsektors, dass Luxemburg seine Klimaziele erreicht! Der Transport rettet die anderen Sektoren. Dies da in diesem Bereich derzeit (!) die Reduktion der CO2-Emissionen über dem gesteckten Ziel liegt und diese die fehlenden Reduktionen in anderen Sektoren kompensiert.
Die Bilanz in den anderen Sektoren ist äußerst ernüchternd (dies wird zwar auch vom Ministerium angeführt, doch werden keine Schlussfolgerungen gezogen):
- Im Sektor „bâtiments résidentiels et tertiaires » steigen die Emissionen sogar wieder an! Demnach: Der Trend geht hier eindeutig in die falsche Richtung, der Zielwert für 2025 wird um 25,9 % überschritten!
- Ebenso problematisch ist die Situation im industriellen Sektor: zwar sind die Emissionen in diesem Bereich leicht rückläufig, sie liegen jedoch weiterhin 31,4% über dem Zielwert!
- Auch im Bereich „Land- und Forstwirtschaft“ gibt es leider erneut eine Tendenz nach oben, der Zielwert 2025 wird aber noch in etwa erreicht.
Im Klartext: Grundsätzlich ist die Situation alles andere als rosig … Denn wenn Luxemburg die Dekarbonisierung, also die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, vorantreiben will – um unabhängiger von Autokratien und steigenden Energiepreisen zu werden und somit auch endlich den Klimaschutz ernst nehmen will – verfehlen wir derzeit unsere mittel- und langfristigen Ziele auf dramatische Art und Weise. Denn: Es reicht nicht aus, wenn die Initiativen in einem Sektor – in diesem Falle dem Transport – für die erforderlichen Reduktionen sorgen.
In allen Sektoren sind eine Umkehr und eine Reduktion erforderlich! Eine Trendwende hin zu weitaus weniger CO2-Emissionen! Und davon ist Luxemburg weit entfernt!
Eigentlich müsste diese Regierung der vorherigen einen großen Dank aussprechen. Denn: im ursprünglichen Gesetzesprojekt zum Klimaschutz waren konsequente Maßnahmen vorgesehen, wie reagiert werden müsste, wenn ein Sektor seine Ziele nicht erreicht. Unverständlicherweise wurde diese Bestimmung im Endtext aufgehoben und dadurch ersetzt, dass dann ein anderer Sektor einspringen würde …. Eine absolute Fehlentscheidung!
Denn auch wenn der Transportsektor jetzt noch gut dasteht: Die Zahlen weisen auf, dass wir weit davon entfernt sind, die im nationalen Energie- und Klimaplan verankerten Ziele z.B. auf der Ebene der Elektromobilität zu erreichen. Im Jahr 2026 müssten, um diesen gerecht zu werden, 70% der Neuzulassungen aus E-Wagen bestehen. Bis zum Mai dieses Jahres waren es aber lediglich 30%. Und die Regierung plant nun auch noch eine stärkere Förderung der ineffizienten Plug-in-Hybride im Bereich der Dienstwagenbesteuerung: Dann würde sich die problematische Situation noch verschärfen.
Und nicht zuletzt: Mit den Tripartite-Entscheidungen dürfte auch der Tanktourismus wieder zulegen. Es ist demnach immer weniger der Transportsektor, der das Ruder rumreiβen wird.
Schlussfolgerung: Luxemburgs aktuelle Klimaschutzpolitik ist gescheitert. Eine Kehrtwende wurde bis dato weder im Gebäude- noch im Industriebereich, aber auch nicht in anderen Sektoren in die Wege geleitet.
Luxemburg braucht endlich eine Klimaschutzpolitik, die den Namen verdient. Außer es ist uns egal, wenn wir dazu beitragen, dass die kommenden Generationen noch stärker unter den Hitzetagen, Wassernot, Waldsterben und anderen Folgen zu leiden haben werden
Die Stellungnahme sowie eine Analyse der CO2 Emissionen Luxemburgs finden Sie als PDF in den Downloads.
Mouvement Ecologique asbl
3.August 2026





