Anregende Konferenz zur Belastung von Lebensmitteln durch Ewigkeitschemikalien (PFAS)

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« La baignoire déborde, il faut couper le robinet des PFAS ! »

So die Worte von Kildine Le Proux de La Rivière, Chemikerin bei der französischen NGO Générations futures. Mit ihrem Vortrag „Beunruhigende Belastung von Lebensmitteln durch die Ewigkeitschemikalie PFAS“ lockte sie auf Einladung vom Mouvement Ecologique am 13. November 2025 rund 70 Leute ins Oekozenter Pafendall.

 

Das Publikum war sehr divers zusammengesetzt, von interessierten (resp. besorgten) Bürger:innen, über Beamte aus Verwaltungen bis hin zu Politiker:innen und Wissenschaftler:innen. Der Abend war geprägt von lebhaften Diskussionen und starkem Interesse.

 

Die Referentin verstand es, das schwierige Thema PFAS verständlich und mit vielen anschaulichen Beispielen zu erklären. Als Einführung legte sie dar, was überhaupt unter dem Begriff der PFAS Chemikalien zu verstehen ist. Es sind menschgemachte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, die aufgrund ihrer chemischen Struktur extrem stabil und daher persistent in der Umwelt sind und deshalb als „Ewigkeitschemikalien“ gelten.

 

Nach diesen Erklärungen ging sie darauf ein, warum diese Substanzen eine große Herausforderung für Umwelt und Gesundheit darstellen. Besonders betonte sie eben ihre Persistenz: PFAS bauen sich kaum ab, reichern sich in Böden, Wasser und Organismen an und gelangen so auch in die Nahrungskette.

 

Letzteres illustrierte sie auch anhand der Analysen, die der Mouvement Ecologique 2024 und 2025 zusammen mit dem Pesticide Action Network Europe zusammen gemacht hat: Das kleinste PFAS-Molekül, TFA hat weitreichend unser Trinkwasser schon kontaminiert, ist sogar in abgefülltem Mineralwasser nachweisbar und scheint sich in Pflanzen anzureichern (cf. Analyse zu TFA im Wein).

 

Die Referentin kritisierte, dass viele PFAS noch nicht ausreichend reguliert sind und die bestehenden Schwellenwerte zur wöchentlichen Aufnahme sehr schnell überschritten werden können. Ein besonders eindrückliches Beispiel: Ein Kind könnte laut Analysen von Générations futures bereits durch den Verzehr eines einzelnen Eis den für eine Woche festgelegten Höchstwert für bestimmte PFAS erreichen. Ein Ei! Das macht klar, wie dringlich regelmäßige Analysen und strengere Grenzwerte sind, um die Gesundheit – besonders von Kindern – zu schützen.

 

Im letzten Teil ging sie auf die laufenden Regulierungsprozesse auf EU-Ebene ein. Sie betonte, dass es bereits positive Beispiele innerhalb der EU gibt: Einzelne Länder wie Dänemark und Frankreich haben bereits bestimmte PFAS-haltige Produkte verboten (Kleidung, Kosmetika, Pestizide …). So machte sie deutlich, dass auch Luxemburg und andere Staaten aktiven Handlungsspielraum haben, um national zu regulieren – sie müssen sich nicht hinter dem Vorwand auf EU-Regulierungen zu warten, verschanzen, sondern könnten proaktiv Gesundheit und Umwelt schützen!

 

Eines war nach dem Vortrag klar: Als Verbraucher:in kann man sich zwar schon durch kleinere Gesten vor einer Exposition vor PFAS schützen, z.B. durch Konsum von Bio-Lebensmitteln (siehe weitere Tipps vom BUND zur PFAS freien Küche und Kosmetik) – aber der eigentlich nötige Wandel kommt durch die Regulierung resp. das Verbot dieser Substanzen. Denn „die Umwelt läuft schon über“ mit PFAS und nur der Stopp jedes weiteren Eintrags wird helfen, das Problem zu bremsen.

 

Der Vortrag wurde aufgezeichnet und steht hier auf der Website zur Verfügung (in Französisch). Auch die Vortragsfolien können in den Downloads rechts oben heruntergeladen werden.