11 Punkte-Plan für die dringend erforderliche Wärmewende in Luxemburg (mit Video)

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Der 11-Punkteplan zur Wärmewende ist leider noch nicht in französisch und englisch online. Dies wird spätestens am Mittwoch der Fall sein.

 

Die Wärmewende ist die zentrale energie- und klimapolitische Herausforderung Luxemburgs. Während der Stromsektor bereits erhebliche Fortschritte bei erneuerbaren Energien erzielt hat, ist der Wärmesektor weiterhin stark von fossilem Gas und Heizöl abhängig. Über 80 % des Energieverbrauchs der Haushalte entfällt auf Heizung und Warmwasser. Ohne eine grundlegende Transformation der Wärmeversorgung sind die nationalen und europäischen Klimaziele nicht erreichbar. Gleichzeitig ist die Wärmewende eine soziale, geopolitische und wirtschaftliche Notwendigkeit: Sie reduziert Abhängigkeiten von Energieimporten, erhöht die Versorgungssicherheit, stabilisiert langfristig Preise (sowohl für die Industrie als auch die Privatpersonen, die weniger von steigenden Preisen betroffen sind) und eröffnet Innovations- und Investitionschancen.

Derzeit fehlen jedoch klare politische Prioritäten, verbindliche Zeitpläne und ein kohärenter gesetzlicher Rahmen. Die Unsicherheit blockiert Gemeinden, Energieversorger und Investoren. Deshalb braucht Luxemburg dringend eine nationale Wärmestrategie mit klarer Roadmap, die bis Ende 2026 vorliegt und Anfang 2027 in ein Wärmegesetz mündet. Dieses Gesetz muss Zuständigkeiten, Finanzierungsmodelle, regulatorische Rahmenbedingungen und verbindliche Ausstiegsdaten aus fossilen Energien festlegen.

Zentral ist die Erstellung eines nationalen Wärme- und Kälteplans gemäß EU-Vorgaben. Dieser muss systematisch analysieren, wie sich der Wärmebedarf entwickelt (Senke), welche erneuerbaren Quellen zur Verfügung stehen (Quelle) und wie Energie effizient verteilt wird (Netze, individuelle Lösungen). Technische, wirtschaftliche und soziale Aspekte müssen integriert werden. Parallel dazu sind hohe Investitionen in Infrastruktur erforderlich, insbesondere in Wärmenetze. Dafür braucht es klare Finanzierungsinstrumente, sozial gerechte Kostenverteilung und regulatorische Sicherheit.

Wärmenetze werden in dicht besiedelten Gebieten eine Schlüsselrolle spielen. Da sie natürliche Monopole darstellen, ist eine starke Regulierung notwendig, insbesondere durch eine erweiterte Rolle des „Institut luxembourgeois de régulation“ (ILR). Gleichzeitig müssen Eigentums- und Betreiberstrukturen geklärt werden – von kommunalen Modellen bis hin zu einer möglichen nationalen Wärmegesellschaft.

Ein erhebliches Effizienzpotenzial liegt in der verpflichtenden Nutzung industrieller Abwärme. Ebenso müssen bestehende Wärmenetze schrittweise dekarbonisiert werden. Auf kommunaler Ebene braucht es klare Kriterien für verpflichtende Wärmeplanung, stärkere staatliche Unterstützung, standardisierte Leitfäden und interkommunale Kooperationen.

Entscheidend für den Erfolg ist gesellschaftliche Akzeptanz. Transparente Kommunikation, soziale Ausgleichsmaßnahmen, klare Förderinstrumente und verbindliche Übergangsfristen sind unerlässlich.

 

Die Wärmewende muss planbar, sozial gerecht und politisch entschlossen umgesetzt werden.

I: Herausforderungen auf nationaler Ebene angehen

  1. Ungeklärte Situation auf nationaler Ebene führt zu Blockaden – sie muss im Interesse aller Akteure beendet werden

PLANUNGSEBENE

  1. Nationalen Wärme- und Kälteplan als Leitbild erstellen – auch zur Umsetzung der EU-Vorgabe

RECHTLICHE UND FINANZIELLE EBENE

  1. Für die umgehende Vorlage eines Gesetzes zur Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze
  2. Finanzierung und Regelungen der Wärme- und Kälteversorgungsnetze

Wirtschaftlichkeit der Wärmenetze

ZUSTÄNDIGKEITEN KLÄREN – DIE ROLLE DER VERSCHIEDENEN AKTEURE

  1. Rolle des „Institut luxembourgeois de régulation“ ausweiten
  1. Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der Wärme- und Kälteversorgungsnetze klären

ZENTRALE ZU KLÄRENDE FRAGESTELLUNGEN

  1. Gebot der Nutzung der Abwärme aus Industrie und Gewerben
  1. Strategien zur Dekarbonisierung von bestehenden Wärmenetzen definieren

II: Herausforderungen auf kommunaler Ebene angehen

  1. Vorgaben zur Durchführung einer Wärmeplanung erstellen
  2. Gemeinden bei der Erstellung und Umsetzung der Wärmeplanung unterstützen
  3. Mit Planung und guter Kommunikation Akzeptanz schaffen

 

 

 

 

 

 

 

 

27.02.26