Ausführlicher Austausch mit Wirtschafts- und Energieminister Lex Delles

Rezent hatte der Mouvement Ecologique einen Austausch mit Wirtschafts- und Energieminister Lex Delles. Im Fokus standen vor allem die drei Pilotprojekte, die das Ministerium derzeit in Aktivitätszonen durchführt. Bei diesen geht es darum, einerseits die Mobilität innerhalb der Zone für alle (Arbeitgeber und -nehmer) zu optimieren, die „Mutualisierung“ von Infrastrukturen und Dienstleistungen voranzutreiben (z.B. das gemeinsame Nutzen von zentralen Parkflächen bzw. Kantinen, von Co-Working-Räumen), Kooperationen im Energiebereich (z.B. Nutzung von Abwärme von einem Betrieb durch einen anderen) einzugehen, den Landverbrauch zu begrenzen durch eine verdichtete Bauweise der Gebäulichkeiten die Durchgrünung zu fördern und gemeinsame Sozialräume zu gestalten. Auch wird eine gewisse Mischung von Aktivitätsbereichen angestrebt.

 

Die Pilotprojekte werden derzeit in der Aktivitätszone „Triangle vert“ (Ellingen-Gare), Wolser B in Bettemburg/Düdelingen sowie „Salzbaach“ (Wiltz) durchgeführt. Interessant war dabei, wie weit einige Planungen bereits vorangeschritten sind, z.B. im „Triangle vert“, indem mittels Änderung des Flächennutzungsplanes eine Erhöhung der Gebäudehöhe ermöglicht werden soll, um eine flächensparende Bebauung zu erreichen.

 

Dem Mouvement Ecologique liegt dabei besonders am Herzen, dass eine Übertragbarkeit der gemachten Erfahrungen erfolgen kann und ggf. auch Änderungen an heutigen Förderbestimmungen oder Gesetzen durchgeführt werden, damit auch in weiteren Aktivitätszonen des Landes derartige zentrale Aspekte umgesetzt werden. Auch dem Ministerium ist dies ein Anliegen. Einige Optimierungen würden vor allem mit dem Auslaufen des „droit de superficie“ von Firmen auf öffentlichem Terrain möglich – wobei diese Zeitspanne aber in der Regel 30 Jahre beträgt. Außerdem könnte u.a. ein finanzieller Anreiz zur Verdichtung geschaffen werden.

 

Die Organisation der Mobilität in diesen Zonen war ein spezifisches Thema in diesem Zusammenhang. Einerseits geht es darum, den öffentlichen Transport zu optimieren – es stellt sich die Frage der Mobilitätskonzepte für ganze Aktivitätszonen – und andererseits ggf. auch darum, den anfallenden Autoverkehr zu kanalisieren, z.B. auch durch zentralisierte Parkhäuser. Dabei ist es für den Mouvement Ecoloique primär, dass staatlicherseits gezielte Mobilitätskonzepte erstellt werden, auch aufgrund von Befragungen der Arbeitnehmer:innen.

 

Die Organisation der Energieversorgung war ein weiterer Schwerpunkt. Die Vorgabe z.B. der Nutzung von abfallender Wärme usw. müsse verstärkt gesetzlich vorgeschrieben werden, so der Mouvement Ecologique. Das Ministerium seinerseits arbeitet an einem Gesetz zur Wärmeplanung und setzt derzeit auf Austausch mit betroffenen Akteuren. Auch die Energiespeicherung war in diesem Zusammenhang ein Thema.

 

Es stellt sich jedoch auch – wie schon erwähnt – die Frage der Schaffung von gemeinsamen Sozialräumen in Aktivitätszonen. Es geht nicht nur darum, den verfügbaren Raum effizienter zu nutzen, sondern auch – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gebäude – mehr Sozialräume für die Menschen zu schaffen, z.B. Grünflächen, wo man sich in Arbeitspausen aufhalten kann oder Gemeinschaftsräume im Inneren …

 

Im Rahmen der Unterredung kam auch das Dossier Google kurz zur Sprache. Der Mouvement Ecologique hob hervor, dass nun, nachdem die Wasser- durch eine Luftkühlung ersetzt werden soll – in absoluter Transparenz über den Energieverbrauch informiert werden müsse. Außerdem müsse die doch anfallende erhebliche Wärme unbedingt genutzt werden. Derzeit, so das Ministerium, würde die gesetzliche Basis für eine obligatorische Nutzung der Abwärme fehlen, doch es würde durchaus darauf hingearbeitet, dass dies in Zukunft erfolge.

 

Ein insgesamt konstruktiver und ausführlicher Austausch, der Anfang des Jahres fortgesetzt werden soll. Diskutiert werden soll dabei vor allem auch über die so dringend erforderliche Erstellung einer nationalen Wärmeplanung. Diese ist für den Mouvement Ecologique von vorrangiger Bedeutung und stellt auch gemäß Wirtschafts- und Energieminister eine absolute Priorität dar.

 

19.12.25