NGOs appellieren an EU-Umweltminister – Schutzstatus des Wolfs nicht absenken
Über 200 europäische Umweltorganisationen, darunter auch der Mouvement Ecologique, haben am 17. Dezember 2025 ein gemeinsames Schreiben an alle EU-Umweltminister übermittelt. Darin fordern sie die Regierungen auf, den Schutzstatus des Wolfs national nicht zu senken, obwohl die EU den Wolf kürzlich von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgestuft hat.
Diese politisch motivierte Entscheidung widerspricht dem wissenschaftlichen Kenntnisstand: In sechs der sieben biogeografischen Zonen der EU befindet sich der Wolf weiterhin in einem ungünstigen Erhaltungszustand. Wissenschaftler:innen und Fachinstitutionen haben die EU-Entscheidung entsprechend deutlich kritisiert.
Zudem hat der Europäische Gerichtshof im Juni 2025 bestätigt, dass jedes EU-Land selbst sicherstellen muss, dass der Wolf einen günstigen Erhaltungszustand erreicht – wirtschaftliche oder soziale Argumente dürfen diesen Befund nicht ersetzen. Mitgliedstaaten können den strengeren Schutzstatus beibehalten, wenn sie dies bei der Umsetzung der EU-Regelung entsprechend melden.
Die europäischen Umwelt-NGOs betonen, dass kooperative Strategien zur Koexistenz – Herdenschutz, Präventionsmaßnahmen, transparente Informationen und faire, an verantwortliche Tierhaltung gekoppelte Entschädigungen – deutlich wirksamer sind als politische Forderungen nach Abschüssen.
Der Wolf ist ein wichtiger Bestandteil europäischer Biodiversität, dessen Rückkehr ein bedeutender Naturschutzerfolg ist und nicht gefährdet werden darf. Sein Schutz soll in den Mitgliedstaaten nicht geschwächt, sondern verantwortungsvoll und wissenschaftsbasiert fortgeführt werden, so auch in Luxemburg.
18.12.2025
Den Original-Brief finden Sie in den Downloads.











