Wirtschaft
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Corona-Kris: Zesummen d’Zukunft nei denken a gestalten! Wann net elo, wéini dann?

Es besteht weitgehender Konsens: Wenn die Corona-Krise mit allem unermessbarem Leid etwas Positives hat, dann ist es die neue Welle der Solidarität und der Mitmenschlichheit. Es ist beeindruckend wie sehr Menschen sich gegenseitig unterstützen und sich – sei es auf der Arbeit oder ehrenamtlich – für andere einbringen! Gemeinsinn und Miteinander prägen den Umgang mit der Krise, so eine Erkenntnis, die Hoffnung macht.

Deshalb ist es nun auch für den Mouvement Ecologique nach einer Phase des Innehaltes der Zeitpunkt gekommen, an dem über die Erkenntnisse, die aus der Corona-Krise gezogen werden sollen, nachgedacht werden soll.

Die absolute Mehrzahl der Jugendlichen zeigt sich dabei derzeit bemerkenswert solidarisch gegenüber der älteren Generation und den besonders gefährdeten Menschen in unserer Gesellschaft. Wie wir alle akzeptieren Jugendliche mit dem Lockdown einen massiv Eingriff in ihre Freiheiten und Lebensalltag.

Diese neu gelebte Solidarität zwischen Menschen und Generationen, die Jugendliche in der Corona-Krise an den Tag legen, sollte die heutige und die ältere Generation auch gegenüber den Jugendlichen aufbringen, wenn es um die Klimakrise geht. Dies zumal, da die Klima- und Biodiversitätskrisen im Gegensatz zur Corona-Krise keine vorübergehende sind, sondern grundsätzlich generell das Überleben auf dem Planeten für den Menschen in Frage stellen und somit noch von tiefgreifenderer Bedeutung sind.

Die Corona-Krise, aber auch die Klima- und Biodiversitätskrise erfordern einen neuen Generationenvertrag!

So manchem mutet es heute deshalb wohl beschämend an, wie sehr er sich darüber aufregte, dass zum Klimaschutz eine Steuererhöhung von 2 Cent/l auf dem Benzin eingeführt wurde; wie sehr er Sturm dagegen lief, dass Neuwagen aufgrund ihrer reellen Emissionen besteuert werden sollten … Derzeit steht der Luftverkehr still, um Menschenleben zu retten. Noch vor sehr weniger Wochen schien es aber unvorstellbar Flugreisen zum Überleben auf diesem Planeten etwas einzuschränken.

Der Appell kann nur lauten: wenn wir heute zum Schutz von Menschenleben zu Recht derartige tiefgreifende Eingriffe in unsere Lebenswelt akzeptieren, dann müssen wir definitiv bereit sein Eingriffe hinzunehmen, um ein Überleben auf diesem Planeten zu ermöglichen.

Zumal die dafür gebotenen Eingriffe eigentlich auch sehr viele Vorteile bieten. Statt “ Lock down” und Wirtschaftsrezession, wie dies derzeit der Fall ist, mehr Miteinander und prosperierende Gemeinwohl- und Regionalwirtschaft… Klima- und Biodiversitätsschutz erfordern eigentlich all jene Werte, deren Bedeutung wir heute in der Korona-Krise z.T. neu entdecken.

Es liegt an uns als Gesellschaft jetzt nach der Corona-Krise nicht in ein “business as usual” zu verfallen, sondern gerade das derzeit stattfindende Umdenken zu nutzen, um den Umbau der Gesellschaft anzugehen. Hierzu brauchen wir politische Entscheidungen für den langfristigen Umbau unserer Gesellschaft in einem demokratischen Prozess. Von selbst wird dieser nicht erfolgen!

Als Mouvement Ecologique ziehen wir auf verschiedenen Ebenen eine Reihe von Erkenntnissen aus der aktuellen Entwicklung:

  • Die Wissenschaft (endlich) muss als reelle Referenz für (gesellschafts-) politische Entscheidungen gelten!
  • Die Politik ist handlungsfähig – wenn der politische Wille da ist!
  • Biodiversitäts- und Klimaschutz, auch als Voraussetzung für die Eindämmung ähnlicher Pandemien !
  • Corona-Krise: Nur eine vorrübergehende geringere Umweltbelastung – Eine wirkliche positive Trendwende bedarf politischer Weichenstellungen
  • Die Gerechtigkeitsfrage ist gestellt: Corona-, Biodiversitäts- und Klimakrise treffen die Schwächsten der Gesellschaft! Soziale und ökologische Aspekte sind 2 Seiten derselben Medaille!
  • Das Ende einer neoliberalen Globalisierungs- und Wirtschaftspolitik und der Neubeginn regionaler „resilienter“ Wirtschaftskreisläufe?
  • Neue Formen der Gemeinwohlökonomie anerkennen und fördern – Erwerbsarbeit neu definieren
  • Nicht Konsum, sondern Entschleunigung, Gemeinsinn bereichern das Leben von uns Menschen
  • Statt kurzfristem Denken und in Legislaturperioden – Zukunftstragende Entscheidungen demokratisch und transparent im Hinblick auf ihre langfristige Wirkung treffen!

 

Fazit:

Es gibt nach der Corona-Krise kein „zurück“ mehr in das heutige Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das sowohl die Natur wie auch die Menschen ausbeutet.

 

Die komplette Stellungnahme finden Sie in den Downloads oben.

 

 

 

Erscheinungsdatum: 10.04.2020
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