Wichtige Entwicklung: STATEC übernimmt verstärkt Rolle im Umweltbereich – aktuelle Zahlen zum Zustand der Biodiversität in Luxemburg vorgelegt
Unabhängige, fachlich unumstrittene statistische Daten sind sehr wichtig für eine gute Politikgestaltung. Die meisten Menschen verbinden das STATEC wohl weniger mit Umweltthemen.
Seit einiger Zeit aber gibt es allerdings seitens des STATEC neue Entwicklungen, die der Mouvement Ecologique ausdrücklich begrüßt und für die wir auch seit Jahren eingetreten sind.
Mehr und mehr übernimmt das STATEC im Umweltbereich verstärkt Verantwortung. Es ist äußerst wichtig, dass diese nicht nur bei den Ministerien und Verwaltungen liegt. Denn einerseits hat das STATEC ein fundierteres fachliches Wissen im statistischen Bereich und andererseits kennt es die internationalen Standards. Nicht zuletzt ist das STATEC ein neutraler Akteur.
Die Tatsache, dass das STATEC verstärkt Daten im Umweltbereich aufnimmt, bedeutet aber auch, dass Umweltthemen eine neue Gewichtung in der allgemeinen Analyse der Lage des Landes erhalten.
Relevant und eine wichtige Entwicklung war z.B., dass das STATEC bei der Erstellung des Nationalen Klima- und Energieplanes mitwirkte. Auch wenn hier (noch) nicht alles perfekt war, da Strukturen im STATEC für diese Arbeiten genannt und auch die Zusammenarbeit mit den Ministerien und Verwaltungen aufgebaut werden mussten.
Nunmehr legte das STATEC erstmalig Daten zum Zustand der Biodiversität in Luxemburg vor. Auch hier ist noch Luft nach oben, jedoch kommt diesem ersten Bericht eine große Bedeutung zu.
Es steht noch weitere viel Arbeit für das STATEC an, für welche die Institution die erforderlichen Mittel und Rechte erhalten muss, z.B. bei der Erstellung eines nationalen Klima- und Sozialplanes, bei der Ausgestaltung konkreter Projekte im Bereich der Energietransition (betreffend Instrumente zur Förderung der energetischen Sanierungen im Mietbereich), die Entwicklung des erstmalig im Staatshaushalt angeführten PIBien-être u.a.m.
Mitte Dezember 2025 hat das nationale Statistikamt (STATEC) gemeinsam mit dem Umweltministerium einen Bericht zum Stand der Biodiversität in Luxemburg veröffentlicht – eine Premiere in dieser unabhängigen, offiziellen und umfassenden Form.
Zwar gab es bislang von den verschiedenen Akteuren aus der Naturschutzszene bereits Veröffentlichungen zum Erhaltungszustand einzelner Tiergruppen, Pflanzen oder Lebensräume, eine derart unabhängige Gesamtübersicht fehlte jedoch bisher. Der Mouvement Ecologique hatte eine solche Publikation seit längerem gefordert und begrüßt die Initiative daher ausdrücklich. Der Bericht soll künftig – wie andere Veröffentlichungen des STATEC – jährlich erscheinen um so als Dokumentations-, aber auch als Überwachungsinstrument für den Zustand der Natur zu dienen.
Positiv zu bewerten ist der – wenn auch kurzfristige – Einbezug verschiedener Akteure in der abschließenden Phase zur Bewertung des Berichts. Im November hatte sich das STATEC in diesem Zusammenhang auch an den Mouvement Ecologique gewandt. Leider wurde jedoch nur ein Teil der eingebrachten Verbesserungsvorschläge berücksichtigt. Besonders bedauerlich und zugleich etwas widersprüchlich ist bei dieser eigentlich innovativen Analyse, dass nicht immer die aktuellsten vorhandenen Daten miteinbezogen wurden, so zum Beispiel die Daten zum Zustand der Wälder (Inventaire Forestier National, IFL3) sowie der Offenlandbiotope und rezente Daten des Reportings im Rahmen der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), was aber wohl eher am Umweltministerium lag.
Zudem mutet der Teil zu den Kompensationsflächen am Ende des Berichts doch etwas eigenartig an. Hier werden die Flächen angeführt, die als Kompensierungen für Eingriffe in die Natur (u.a. durch Bauprojekte) auferlegt werden müssen. Da diese Grafik unkommentiert ist, entsteht der Eindruck, als ob die Entwicklung positiv wäre, auch wenn hier letztendlich die Zunahme der Naturzerstörung für Luxemburg dokumentiert wird.
Abschließend sei zu sagen, dass der Auftakt zum alljährlichen Bericht „La biodiversité en chiffres“ sehr zu begrüßen ist. In den kommenden Ausgaben sollten jedoch sämtliche verfügbaren Daten berücksichtigt werden, um die Realität möglichst wahrheitsgetreu abzubilden. Außerdem sollten bestehende „Kinderkrankheiten“. So fehlen z.B. Daten zur Fragmentierung der Landschaft; weiterhin gibt es für viele Tiergruppen keine oder mehrere jahrzehntealte „Roten Listen“ der bedrohten Arten u.a.m. behoben werden. Hier müssen das Biodiversitätsministerium, die Natur- und Forstverwaltung sowie das Naturhistorische Museum Luxemburgs liefern. Nur so kann angemessen auf Veränderungen der Biodiversität reagiert werden. Der Mouvement Ecologique wird auch in den kommenden Jahren die Entwicklung der Erstellung dieses Berichts verfolgen.
Den Bericht können Sie hier downloaden.
21.01.26










