Reparieren statt Ersetzen: Gemeinden setzen auf Ressourcenschonung

Über zehn Jahre ist es nun her, dass Wiltz als erste e Gemeinde in Luxemburg eine finanzielle Beihilfe für Reparaturen von Haushaltsgeräten eingeführt hat („Reparaturbonus“). Das Oekozenter Pafendall, der Mouvement Ecologique und Oekotopten.lu haben sich stark für dies wichtiges Instrument beim Staat und anderen Gemeinden eingesetzt.

Seither sind zahlreiche Gemeinden gefolgt – einzeln oder im Verbund eines Syndikats.
In einigen Gemeinden ersetzte diese Förderung frühere Prämien für den Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte, in anderen ergänzt sie diese. Wenn am 1. Januar 2026 auch die Gemeinde Schengen eine Reparaturbeihilfe für ihre Einwohner einführt, steigt die Zahl der beteiligten Gemeinden auf 43. Sie alle setzen damit ein Zeichen gegen Elektromüll und Ressourcenverschwendung.

 

Ressourcen schonen, Energie sparen – oder beides?

Das Angebot an Prämien unterscheidet sich deutlich von Gemeinde zu Gemeinde. Manche unterstützen nur die Reparatur von Geräten, die die gleichen Kriterien erfüllen als jene Geräte, die auch eine Subvention bei einer Neuanschaffung erhalten würden. Sie setzen die Anforderungen also recht hoch an. Andere hingegen subventionieren lediglich Reparaturen mit weitaus weniger Kriterien.

Unabhängig davon lohnt sich eine Reparatur besonders bei Geräten mit hohem „ökologischem Rucksack“. Also solchen, die wertvolle und teilweise kritische Rohstoffe enthalten. Bei diesen sind der Ressourceninput sowie ggf. die Umweltbelastung bei der Produktion weitaus problematischer anzusehen (z.B. IT-Geräte), als der Energieverbrauch während der Nutzung (z.B. auch wenn sie nur zeitweise genutzt werden) wie Rasenmäher.

All diese Argumente spielen mit rein, ob ein Gerät noch repariert oder durch ein neues mit einem niedrigeren Energieverbrauch ersetzt werden soll.

Daher gilt: Je mehr Elektronik und kritische Materialien ein Gerät enthält, desto sinnvoller ist eine Reparatur.

 

Unterschiedlicher Betrag und Ausrichtung des „Reparaturbonus“ je nach Gemeinde

Die Fördersumme für Reparaturen variiert je nach Gemeinde oder Gemeindesyndikat und reicht von 50 % bis zu 100 % der Reparaturkosten mit Beträgen zwischen 70.- und maximal 250.- Euro. Die meisten Gemeinden bewilligen dabei bis zu 200.- Euro pro Reparatur und Haushalt innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Auch die Art der geförderten Geräte unterscheidet sich: Die meisten  Gemeinden unterstützen die Reparatur typischer Haushaltsgeräte wie Kühl- und Gefriergeräte sowie Spülmaschinen, Waschmaschinen und Wäschetrockner. Nur einige unterstützen Reparaturen außerhalb dieser Standardliste.

Derzeit gibt es keine staatlichen Empfehlungen für die Ausgestaltung des Reparaturbonus, auch gibt es keinen nationalen Bonus. Es stellt sich die Frage, ob es nicht notwendig wäre, in Zukunft auch auf nationaler Ebene ein entsprechendes Fördersystem einzuführen, so wie dies etwa bereits in Österreich, Frankreich und in Deutschland auf Ebene einzelner Bundesländer umgesetzt wurde.

 

Mit Oekotopten.lu den Spagat schaffen

Ähnlich wie bei den Produktkriterien von Oekotopten für energieeffiziente Geräte orientieren sich einige Gemeinden am Reparatur-Ratgeber der von Oekoptopten.lu. So hat die Gemeinde Bartringen etwa die Empfehlung übernommen, keine Reparaturen an Geräten zu fördern, die vor 2006 produziert wurden – eine Maßnahme, die verhindern soll, dass Geräte mit inzwischen verbotenen Schad- und Giftstoffen wieder in Betrieb genommen werden.

Der Ratgeber wurde auf Wunsch mehrerer Gemeinden erstellt, die zielgerichtet fördern wollten und einen Kriterienkatalog benötigten, der den Spagat zwischen der Subventionierung energieeffizienter Geräte und ökologisch verantwortungsvollen Reparaturen schafft.

Welche Gemeinden die Reparatur welcher Geräte subventionieren, kann in der Liste „Kommunale Prämien – Haushaltsgeräte & Reparatur“ auf Oekotopten.lu eingesehen werden.

 

Fazit : Ökologisch verantwortungsvolle Reparaturen sind ein Gewinn für Klima und Ressourcen

Die zunehmende Beteiligung zeigt, dass Reparieren im kommunalen Kontext zu einem Bestandteil nachhaltiger Lokalpolitik geworden ist. Reparaturen bieten ein ökologisch sinnvolles Mittel, um Elektroschrott zu reduzieren und den Einsatz nicht nachwachsender Rohstoffe zu verringern.

 

04.12.2025