Mobilität
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Nordstad, op wat waarts de? Méi Vëlo elo!

Piquet fir de Vëlo, den 30. Juni 2021 zu Dikrech

Die Vorteile des Fahrrads liegen auf der Hand: es eignet sich besonders für Distanzen unter 10 km, sorgt für weniger Lärm und Emissionen als der Autoverkehr, reduziert den Stress für alle, ist gesundheitsfördernd, erlaubt es lebenswerte Ortschaften zu gestalten u.a.m. Die Voraussetzungen das Fahrrad in der Nordstad zu nutzen sind grundsätzlich attraktiv. Dies auch, da fast alle Ortschaften im Tal liegen und mit einer Fahrradpiste verbunden sind.

Jeder Fahrradfahrer der Lust hat sich für „méi Vëlo“ in der Nordstadt einzusetzen, kann sich gerne bei Laure.Simon@pt.lu melden.

 

Jedoch wird Radfahren bei vielen politischen Entscheidungen noch immer stiefmütterlich behandelt. Anstatt konsequent Anreize zu schaffen, damit Straßen und Plätze zu lebendigen Lebensräumen werden, steht der Autoverkehr mit seinen Belastungen derzeit noch immer allzu oft im Mittelpunkt. In der Konsequenz führt dies zu nicht genug Sicherheit für Radfahrer*innen, sowie Konflikten zwischen Radfahrer*innen und anderen Verkehrsteilnehmer*innen.

Die Nordstad hat demnach noch viel Potential, um die Radfahrinfrastrukturen zu verbessern! Dieses zu nutzen ist unumgänglich, damit das gesunde und umweltschonende Fortbewegungsmittel Fahrrad für alle Generationen zum alltäglichen Begleiter werden kann.

Auch die Nordstad braucht ein flächendeckendes Netz einer guten, fahrradtauglichen Infrastruktur in und zwischen allen Ortschaften! Dabei möchte die Regionale Nordstad des Mouvement Ecologique folgende Vorschläge unterbreiten:

1 – Ein flächendeckendes Netz einer Fahrradtauglichen Infrastruktur in allen Ortschaften

  • Mehr Tempo 30 Straßen !

Ruhige Straßen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h können bequem und sicher von Radfahrern genutzt werde, deshalb sollten sie in der Nordstad systematisch ausgebaut werden.

  • Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf einigen stark befahrenen Ortsstraßen durchführen

Auf breiten und geraden Straßen neigt der motorisierte Verkehr dazu Tempo 30 nicht einzuhalten. Aber auch auf stark frequentierten Straßen, empfiehlt es sich verkehrsberuhigende Maßnahmen vorzusehen.

Warkener Straße in Ettelbrück

 

  • Befahrung von Einwegstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer beibehalten und ausbauen

Es ist wichtig, dass Radfahrer Umwege meiden können. Außerdem sind Einbahnstraßen in Gegenrichtung weniger gefährlich als in Fahrtrichtung, da dort eine Überholung durch Autos droht. Allerdings muss an den Ausfahrten gut erkennbar sein, dass Fahrräder hier entgegenkommen können (rote Kennzeichnung auf dem Boden oder kleine Verkehrsinsel zusätzlich zur vorgesehenen Beschilderung).

Viertel in Diekirch zwischen Kluuster, LCD und Friedhof

 

  • Gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr sicherstellen

Weder in Ettelbrück noch in Diekirch ist der Bahnhof radtechnisch gut angebunden. Besonders nicht Ortskundige rätseln, nachdem sie mit dem Zug angekommen sind, wie sie zur Fahrradpiste kommen sollen, obwohl diese jeweils nur einen Steinwurf entfernt ist. Aber auch für Ortskundige ist die Lage nicht einfach. Wenn sie sich strikt an die Verkehrsvorschriften halten, laufen sie entweder längere Strecken zu Fuß oder sie müssen über unzumutbare, stark frequentierte, gefährliche Hauptverkehrsstraßen fahren, um zu den Pisten oder ins jeweilige Zentrum zu gelangen.

Bahnhof Diekirch mit falscher Wegführung zur Fahrradpiste

 

  • Gute Anbindung von Schulen garantieren

Obwohl bei Schulen in letzter Zeit mehr Fahrradabstellplätze bereitgestellt wurden, geht die Zahl der Fahrräder nicht nennenswert in die Höhe. Doch gerade auch junge Menschen sollten die Möglichkeit haben, sportlich und flexibel mit dem Fahrrad im Alltag unterwegs zu sein und so nachhaltig gute Gewohnheiten zu entwickeln. Flächendeckend gute und sichere Fahrradwege, die Schulen mit Wohnquartieren und dem öffentlichen Transport verbinden, sind daher unumgänglich.

LtEtt, Avenue Salentiny mit schmalem Radstreifen auf schmalem Bürgersteig

 

  • Geteilte Wege für Fußgänger und Radfahrer besser kennzeichnen

Stellenweise ist eine gemeinsame Nutzung von Wegstrecken für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen unumgänglich. Diese Wege sollten allerdings ausreichend breit und unbedingt klar gekennzeichnet sein. Doch auch wenn die Breite nicht gegeben ist, sollte es möglich sein diese als Fahrradfahrer in kurzen Abschnitten zu benutzen, vorausgesetzt es sind keine Fußgänger unterwegs.

Diekirch LCD AB, an der Ecke der rue de la Brasserie

 

  • Absenkung von Bürgersteigen für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen!

Diese leicht umzusetzende Maßnahme erleichtert das Radfahren erheblich und erhöht ebenfalls die Sicherheit.

Diekirch, Bürgersteig bei der „Fisellsbréck“ in der „Sauerwiss“

 

  • Fahrradabstellanlagen bei öffentlichen Gebäuden, Gastronomie, Geschäften, Arbeitsplätzen und Bus- /Zughaltestellen vorsehen

Damit der Radfahrer erkennt, dass er willkommen ist und das Fahrrad sowohl im Alltag als auch in der Freizeit ein bequemes Verkehrsmittel ist, braucht es auch die Möglichkeit es möglichst nahe und sicher abstellen zu können.

eine Fahrradabstellanlage als Auto designed

 

  1. Breite, gut sichtbare und geschützte Übergänge an den Hauptverkehrsstraßen für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen!

Diese sollten an strategisch wichtigen Stellen sein, damit die Nutzer eine gute Verbindung zwischen Wohnvierteln und einen Zugang zum Zentrum und zu den Fahrradpisten bekommen.

positives Beispiel: Übergang auf der Höhe von McDonald’s in Ingeldorf

 

  1. Weniger Verkehr in den Wohnvierteln durch Schließung der sogenannten „Schleichwege“ für den allgemeinen Autoverkehr

Schleichwege ziehen den Autoverkehr regelrecht an. Sie bieten Autofahrern einen beträchtlichen Zeitgewinn gegenüber den Hauptverkehrsachsen und verleiten dazu in Eile mit überhöhter Geschwindigkeit auch durch die zubringenden Ortsstraßen zu fahren, die nicht für diese Art von Verkehr gedacht sind.

Diekirch „Heemerech“

 

  1. Bessere Beschilderung der Radstrecken

Der Radfahrer muß so gut wie möglich informiert sein, wo sichere Wege führen. Dies gilt sowohl in den Ortschaften als auch auf den Fahrradpisten. Die Beschilderung muss unbedingt an veränderte Situationen angepasst werden.

 

  1. Bessere Verbindung der Ortschaften
  • „Vëloexpresswee Nordstad“ (Vision Nordstad 2035: von Moestroff bis Schieren)

Dieser Weg muß so bald wie möglich gebaut und eingerichtet werden. Momentan führt die Wegstrecke der Fahrradpiste Echternach-Ettelbrück z.B. über Wege, die sehr stark von Fußgängern frequentiert werden oder die mehrmals im Jahr überschwemmt sind, was beides dazu führt, dass es ihnen an Attraktivität für Radfahrer mangelt, die sie im Alltag befahren möchten.

  • Zusätzliche Fahrradpisten zur Nordstad

Die seit langem geplanten Pisten zur Nordstad (von Tandel und Feulen kommend) müssen so schnell wie möglich gebaut werden.

 

  1. Revision der Studie zur Fahrradtauglichkeit der Nordstad (Etude de cyclabilité)

Die Studie wurde 2019 im Auftrag des Ministeriums für Landesplanung erstellt und stellt  eine gute Basis für eine zukünftige Umgestaltung des Verkehrsnetzes in den Ortschaften, im Hinblick auf eine Reduzierung des Autoverkehrs, dar. Dabei müssen die Bürger*innen unbedingt mit ihrer Kompetenz als Anrainer, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen eingebunden werden, sowohl bei der Analyse der jetzigen Situation als auch bei den Verbesserungsvorschlägen.

Es geht darum ein Umfeld zu schaffen, das die aktive Mobilität fördert, wo Radfahrer*innen und Fußgänger*innen ihren vor dem Autoverkehr abgesicherten Platz finden. Und mehr aktive Mobilität führt zu mehr Lebensqualität, weniger Luftverschmutzung und Stress für alle Einwohner*innen und Besucher*innen der Nordstad. Ein angenehmer Nebeneffekt kann auch das Reduzieren von ruhendem Verkehr bedeuten. Weniger parkende Autos entlang von Straßen bedeutet auch wieder mehr Platz für den Menschen und die sanfte Mobilität.

 

 

 

 

 

Erscheinungsdatum: 29.06.2021
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