Neue Analysen zeigen: Konventionelle Äpfel – auch aus Luxemburg – mehrfach mit Pestiziden belastet und nicht für den Verzehr von Kleinkindern geeignet!
Weitaus konsequenteres Handeln der Regierung zum Schutz der Bevölkerung und der Natur vor Pestiziden ist geboten!
Wie viele gesundheitsschädliche Giftstoffe müssen wir noch tagtäglich durch unser Essen zu uns nehmen, bis die Regierung endlich handelt? Wie ist es bei diesem Nicht-Handeln überhaupt noch möglich, seine Kinder und sich selbst vor schädlichen Nebenwirkungen durch Pestizide zu schützen?
Diese und ähnliche aufreibende Fragen tun sich beim Anblick der erschreckenden Resultate einer neuen europaweiten Studie vom Pesticide Action Network Europe (PAN Europe) auf.
Untersuchungsobjekt war das Symbol der gesunden Ernährung schlechthin: der Apfel. Dazu noch lokal angebaut und quasi „nebenan“ gekauft – da denkt man doch, man wäre auf der gewonnenen Seite für die Gesundheit. Oder?
Die Studie widerlegt diese Annahme leider – auf heftige Art und Weise: 90 % der konventionellen Äpfel aus Europa dürften aufgrund der gemessenen Pestizidrückstände gemäß den EU-Vorschriften nicht von Kindern unter drei Jahren gegessen werden. Die in dieser Studie festgestellten Rückstände lagen sage und schreibe 7- bis 112-mal über dem gesetzlichen Grenzwert für Kleinkindnahrung – dies wissen die meisten Eltern sicherlich nicht.
Der Mouvement Ecologique hat drei Proben von konventionell produzierten Äpfeln aus Luxemburg zu dieser Studie beigesteuert – leider stechen diese im europaweiten Durchschnitt sogar besonders negativ hervor, denn sie haben überdurchschnittlich hohe Belastungen mit einem Cocktail an unterschiedlichen Schadstoffen!
Diese Analyse reiht sich in eine ganze Serie ein, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurde:
- Nachweis von Rückständen von Pestiziden in Haaren von Kindern in Luxemburg: Die Haarproben ALLER Kinder waren belastet (Analyse des LIST im Auftrag des Gesundheitsministeriums im Jahre 2022);
- Staubanalysen in 12 verschiedenen Haushalten in Luxemburg: Alle Analysen zeigten, unabhängig vom Standort hohe Belastungen von Pestizidwirkstoffen auf (Analysen im Auftrag des Mouvement Ecologique im Dezember 2022);
- Regelmäßige offizielle Stichproben von Nahrungsmitteln durch die Luxemburger Lebensmittelbehörde ALVA;
- Mehrere Analysen in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen einer EU-weiten Kampagne von PAN-Europe zur Erfassung der Belastung durch die Ewigkeitschemikalie TFA, das zu weiten Teilen von Pestiziden aus der Landwirtschaft stammt: Grund- und Oberflächenwasser, Leitungswasser, Mineralwasser sowie in der Nahrungsmittelkette im Mehl, Brot, Nudeln und Wein.
Es ist nicht so, als ob diese höchst erschreckenden Analysen absolut ohne Folgen gewesen wären.
Einerseits hat sicherlich in der Bevölkerung das Bewusstsein für diese Probleme zugenommen. Andererseits wurden auch verschiedene Verwaltungen aktiv, seitens des Wasserwirtschaftsamtes z.B. wurden Analysen durchgeführt und ein fachliches Seminar organisiert.
Jedoch: konkretere Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Menschen sowie der Umwelt vor diesen gesundheitsschädlichen und zerstörerischen Schadstoffen vermisst man weiterhin ebenso wie konkrete Initiativen um Landwirte verstärkt über Alternativen zu den schädlichen Pflanzenschutzmitteln zu beraten und diese verstärkt vorzuschreiben – dies, obwohl Alternativen existieren.
Ganz im Gegenteil:
Auf EU-Ebene wird versucht sogar Rückschritte in Sachen Umwelt- und Gesundheitsschutz durch Deregulierung mittels der sogenannten Omnibus-Pakete (siehe Erklärungen zum Schluss der Stellungnahmen) durchzusetzen. Dabei ist nicht bekannt, welche Position die Luxemburger Verantwortlichen auf EU-Ebene in diesem Dossier vertreten: sind sie auf der Seite derjenigen, die deregulieren oder vertreten sie die Interessen von Verbraucher:innen und Umwelt. In mehreren parlamentarischen Anfragen blieben die Ministerien für Landwirtschaft-, Umwelt- und Gesundheit eine Antwort zu dieser so wichtigen Frage schuldig.
Im Dezember wurde ein ambitionsloser und weitgehend inhaltsleerer luxemburgischer Bio-Aktionsplan, der ein zentrales Instrument zur Reduktion des Pestizideinsatzes sein müsste, seitens des Landwirtschaftsministeriums vorgelegt. Diese Haltung und das hiesige Nichthandeln von Gesundheits-, Landwirtschafts- und Umweltministerium um, mittels eines konsequenten Ausbaus des Biolandbaus eine Reduktion des Pestizideinsatzes und seinen negativen Folgen für Umwelt, Biodiversität und Gesundheit zu erreichen, ist erschreckend.
Es reicht, das Maß ist voll, es muss Schluss damit sein, dass die Gesundheit von Mensch und Natur aufs Spiel gesetzt wird! Wir haben ein Recht auf gesunde Lebensmittel, die nicht mit einem Cocktail giftiger Chemikalien kontaminiert sind.
Der Mouvement Ecologique drängt die luxemburgische Regierung endlich die Herausforderung anzugehen, Luxemburg auf eine gesundheits- und naturverträgliche Landwirtschaft umzustellen, die Lebensmittel ohne gesundheitsschädliche Giftstoffe produziert!
Dabei ist die gesamte Regierung und vor allem Landwirtschaftsministerin Martine Hansen – Gesundheitsministerin Martine Deprez und Umweltminister Serge Wilmes gefordert.
Die neue Studie der Belastungen der Äpfel der Pestizide, die in einem gewissen Sinne nun das Fass zum Überlaufen bringt und die konkreten Forderungen des Mouvement Ecologique finden Sie in als pdf in den Downloads sowie kurz dargelegt im Video-Spot.
29.01.26






