move. : Bericht zur „Wir haben es satt!“ Demo 2026 in Berlin

Am 17. Januar war es wieder so weit: Wir waren erneut in Berlin bei der „Wir haben es satt!“ Demo“, diesmal unter dem Motto „Haltung zeigen!“. Bereits zum 16. Mal fand die Demonstration anlässlich der Grünen Woche statt, einer der größten Landwirtschaftsmessen weltweit.

 

Laut Veranstalter nahmen rund 8.000 Teilnehmende sowie ein Bündnis aus 60 Organisationen an der Demonstration mitten in Berlin am Brandenburger Tor teil. Auch eine kleine Delegation aus Luxemburg durfte dabei natürlich nicht fehlen. Bereits zum sechsten Mal war wir als Jugendorganisation move. vertreten – um nicht nur Präsenz zu zeigen, sondern auch klar für unsere Forderungen einzustehen.

 

Die Reise nach Berlin begann bereits am Donnerstagmittag mit dem Zug. Mit im Gepäck waren unsere Plakate, die wir in unseren Versammlungen für die Demo gemalt haben, sowie unsere Forderungen für eine Nachhaltige Landwirtschaft, die wir uns auch in Luxemburg wünschen. Während der Fahrt wurde nicht nur die Demo und das Wochenende geplant, sondern auch über zukünftige Aktionen und Workshops diskutiert.

 

Am Freitag ging es nach dem Frühstück zum Global Forum for Food and Agriculture 2026, wo wir verschiedene Panels besuchten und uns an den zahlreichen Informationsständen informierten. Unter anderem nahmen wir an verschiedenen Panels teil und konnten Politikern und Experten zuhören, die über aktuelle Probleme in der Landwirtschaft sprachen, aber auch über innovative Lösungen diskutierten.

 

„Een aneren Aspekt de wierklech interessant war, war den Echange den zustane komm ass. Et war extrem interessant, Politiker vun 3 verschiddene Kontinenter, déi vun hire lokale Fäll vum Thema berichten, nozelauschteren an doraus ee mei konkret Bild vun der globaler Situatioun ze kréien“-Alex.

 

Nach diesem interessanten, aber auch komplexen Input besuchten wir die Grüne Woche, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Von Traktoren über lebende Tiere bis hin zu moderner Ackerbewässerung war nahezu alles vertreten. Am wohlsten fühlten wir uns jedoch im Bio-Pavillon, wo es nicht nur leckeres Essen, sondern auch spannende Vorträge, etwa zu Bio-Weinbau oder Frauen in der Biolandwirtschaft, gab.

„…2 Bauerinnen, am Aklang mam internationalen UN-Joer fir d’Bauerin, iwwert d’Roll vun der Fra an der Landwirtschaft bericht. Et gi laut hinnen nach vill Hürden, mee

d’Situatioun bessert sech. Och do war et flott direkt aus dem Secteur ze héieren. Och ass de Numm „Grüne Woche“ trügeresch, well net gezielt op Nohaltegkeet gepocht gouf. Wéineg Besteck war rëm benotzbar, an eng Hall hat Deiere wei Kéi an Iesele Gehegen bannen agespaart, wat ethesch gesinn och kriddeleg, ass an den Aspekt vu „grün“ net ganz weist“    -Alex.

 

Bevor wir uns müde und erschöpft in die Jugendherberge begaben, stärkten wir uns noch bei einem leckeren veganen Abendessen beim Inder um die Ecke – ein gelungener erster Tag.

 

     

 

Nach einem guten Frühstück am Samstag bereiteten wir unsere Demoplakate vor und machten uns auf den Weg zum Brandenburger Tor. Bereits in der U-Bahn begegneten wir vielen anderen jungen Aktivistinnen auf dem Weg zur Demo. Kaum angekommen, waren Musik und Durchsagen zu hören. Nachdem wir unseren Platz gefunden hatten, hörten wir den Rednerinnen zu, die über aktuelle Herausforderungen, aber auch über Chancen in der Landwirtschaft sprachen. Ein besonderer Fokus lag darauf, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum „International Year of the Woman Farmer“ ausgerufen haben.

 

 

Als sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte, sorgten Protestrufe und Musik für eine durchweg positive Stimmung – auch getragen davon, dass wir im Block anderer Jugendorganisationen mitliefen.

 

„Wat mech am meeschte beandrockt huet, ass wéi staark d’Atmosphär ass, déi dovu kënnt, esou eng riseg Mass vu Leit ze sinn. Déi Solidaritéit tëschent sou ville verschiddene Gruppen, Baueren, Klimaaktivisten, Jugendorganisatiounen, etc. ass esou wichteg fir eppes kënnen ze erreechen.“ -Sophie

 

Nach einer kleinen Stärkung ging es anschliessend zur Demo weiter zur Heinrich-Böll-Stiftung, die zum Fest der Agrarwende eingeladen hatte. Dort kamen viele Aktivistinnen, Landwirtinnen und Interessierte zusammen, um an Vorträgen, offenen Gesprächsrunden und Workshops teilzunehmen. Die Beiträge waren durchweg spannend, teilweise aber auch erschreckend – insbesondere mit Blick darauf, wie stark Profitinteressen großer Konzerne alternative Ansätze verdrängen und ihnen kaum Raum lassen, ihr Potenzial zu entfalten.

 

„Wat mech faszinéiert huet war den Diskurs mam Reinhild Benning, déi opgewisen huet wei onfair de ganze Secteur ass a wei eng Muecht d’Konzerner iwwert d’Baueren hunn. D’Bauere mussen sech oft den onméigleche Fuerderunge stelle fir matzehalen, an trotzdeem hu 26.000 Landwirte misse faillite maachen am Joer 2025“-Alex.

 

„Do krute mir erschreckend Informatiounen iwwert de Mangel u Legislatioun zum Schutz vu Baueren, wéi zum Beispill, dass Grousskonzerner hinne méi wéi aacht Woche Bezuelung virenthale kënnen.“-Sophie.

 

Auch diesen Abend ließen wir bei gutem Essen, Gesellschaftsspielen und angeregten Diskussionen ausklingen.

Am Sonntag ging es schließlich wieder mit dem Zug zurück nach Luxemburg. Müde und erschöpft, aber voller neuer Eindrücke und Erfahrungen, kann das neue Jahr nun beginnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22.01.26