Entwécklungen Dossier Google : De Mouvement kritt Recht – méi Transparenz ass néideg ! (mat Video)

Es tut sich was im Dossier Google: Wer gut sucht, der findet auf einer Unterseite der Homepage des Umweltministeriums (www.emwelt.lu) die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprrüfung (EIE) zum Datazentrum. Das von Google eingereichte Dossier ist aufschlussreich, aber auch die Stellungnahmen diverser Verwaltungen zu den verfügbaren Dokumenten.

In den letzten Wochen war das geplante Datazentrum erneut Thema in der Presse und dort wurde der Eindruck vermittelt, die Frage der Kühlung wäre nunmehr gelöst: statt auf Wasser- würde nunmehr auf Luftkühlung gesetzt.

Dass die Öffentlichkeit nicht über die Verfügbarkeit der derzeit verfügbaren Unterlagen auf der genannten Internetseite informiert wurde, ist nicht zu verstehen. Zusätzlich irritierend ist, dass das Dossier dort lediglich unter der Bezeichnung „London Bridge“ geführt wird; auch dies trägt nicht gerade dazu bei, dass ein Interessierter darauf aufmerksam wird.

Welche Erkenntnisse bringt eine erste Durchsicht des Dossiers? In einem äußerst zentralen Punkt bekommt der Mouvement Ecologique in seinem jahrelangen Engagement Recht. Zur Erinnerung: Das Hauptmotiv des Mouvement Ecologique gegen Google war bekanntlich der zu erwartende hohe Wasserverbrauch. Wie oft wurde dann von offizieller Seite gesagt: Das kriegen wir alles hin, hier wird übertrieben. Und jetzt? Die Fakten geben dem Mouvement Ecologique Recht! Google verlässt den Weg der Wasserkühlung und setzt nun auf die Luftkühlung. Ein Zitat (stellvertretend für andere) aus der Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes zur Impaktstudie von Google spricht Bände.

« Ainsi, compte tenu des contraintes locales liées à la disponibilité de l’eau a Bissen (volume et débit), le refroidissement humide est incompatible avec le site d’implantation car il induirait une demande en eau trop élevée. De tels besoins en eau ne pourraient être couverts, ni par le réseau d’eau potable communal (Syndicat des Eaux du Barrage de la Haute-Sûre (SEBES)), ni par les aquifères du Muschelkalk ou du Buntsandstein. En effet, les deux aquifères précités sont exploites localement pour la production d’eau potable et sont appelés à contribuer à la couverture des besoins croissants de la population. Leur préservation est donc essentielle.» (Fettdruck Méco). Warum erkannte die Regierung dies nicht früher ?

 

Aus den Unterlagen geht weiterhin hervor: Google muss noch weitaus mehr detailliertere Informationen nachliefern, wenn die intransparente Vorgehensweise im Dossier endlich ein Ende haben soll. Denn das ausliegende Dossier enthält problematische Passagen und zeichnet sich durch unzureichende Transparenz aus. Drei Aspekte seien hier hervorgehoben:

 

  • Weitere Unsicherheiten betreffend die Kühlung: Äußerst befremdlich ist folgende Analyse, die das Umweltministerium in seiner insgesamt kritischen Stellungnahme macht: « Les auteurs du projet estiment (page 52) que le refroidissement serait réalisé „pendant une très grande partie de l’année“ en mode „free chilling“, pour ensuite préciser que ce mode permettrait le refroidissement pendant 20% seulement. La cohérence du constat est à vérifier. De même, il est demandé de fournir des précisions sur les conditions extérieures requises pour appliquer ce mode de refroidissement.» Wie wird die Kühlung des Datazenter außerhalb dieser 20% sichergestellt ? In Ermangelung weiterer Informationen seitens Google stellen sich somit weiterhin Fragen zur tatsächlichen Lösung der Kühlung.
  • Konkrete Vorgaben und Daten zum Energieverbrauch fehlen: Luftkühlung bedeutet erheblichen Energieverbrauch und Abwärme. Angegeben wird, die Energieversorgung solle durch erneuerbare Energien erfolgen. Aber wie hoch ist der Gesamtenergieverbrauch? Wie steht es mit dem erforderlichen Leitungsnetz? Und zudem : Warum produziert Google nicht mehr Energie selbst; warum werden nicht alle Hallen respektive Parkplätze systematisch mit Solarzellen ausgestattet (dies ist nur zum Teil vorgesehen). Aber vor allem: Mittlerweile ist es zudem absolut unabdingbar, im Sinne der Energietransition und des Klimaschutzes, die Abwärme von derartigen Zentren – genaue Daten zur verfügbare Abwärme müssten für jeden Interessierten nachvollziehbar dargelegt werden – zu nutzen! Im Dossier steht diesbezüglich derzeit lapidar: «A noter dans ce contexte également, en cas de demande, la valorisation de la chaleur fatale en-dehors du site. ». Was heißt hier « en cas de demande»?. Wer schafft diese „demande“? Und wer bestimmte die Bedingungen? Google muss zwingend die Auflage erhalten, so wie dies z.T. im Ausland absolut gängig ist, alle Anstrengungen unternehmen zu müssen, um Abnehmer zu gewinnen und mit diesem korrekte Bedingungen auszuhandeln. Es darf nicht dem Gutdünken der Betreiber des Datazentrums überlassen werden, ob die Abwärme genutzt wird oder nicht.
  • Ungenaue Daten – Sehr freizügige Interpretation des Betriebsgeheimnisses: Das Umweltministerium führt in seiner Stellungnahme ebenfalls an, dass derzeit seitens „London Bridge“ zahlreiche Daten im Energiebereich als „secret de fabrication“ und entsprechend nicht öffentlich anzusehen seien. Der Mouvement Ecologique stellt fest , dass diese Begrifflichkeit seitens des Antragstellers sehr eng gefasst wird und ggf. der Öffentlichkeit so wesentliche Informationen vorenthalten werden.
    Zudem wird dargelegt, dass z.B. die Lärmstudie noch nicht im erforderlichen Umfang vorliegt sowie die nicht-technische Kurzfassung noch lückenhaft sei.
    Doch auch andere Schwachstellen werden vom Umweltministerium hervorgehoben: der Bodenaushub / anfallende Bauschutt könnte laut Dossier zwischen 102.000 m3 oder aber „lediglich“ 22.000 m3 betragen. Hier sei, so das Ministerium, klar zu erwarten, dass das Projekt auf den „niedrigsten Wert“ orientiert werden muss.

 

Der Bissener Bürgermeister David Viaggi gab in einem rezenten Artikel (*) an, dass die Kritik am Google-Projekt „absolut nachvollziehbar“, da „der Informationsstand teilweise auch problematisch“ gewesen sei, wozu der US-Konzern „mit seinem verschlossenen Auftreten“ beigetragen habe.

Die derzeit verfügbaren Unterlagen der Umweltverträglichkeitsstudie dürften an dieser Einschätzung leider nicht alles ändern…

 

Wenn es gilt, aus den Streitigkeiten der vergangenen Jahre Lehren zu ziehen, dann, dass in Zukunft in der größtmöglichen Transparenz verfahren werden muss. Der Mouvement Ecologique erwartet, dass Google die dringend erforderlichen Nachbesserungen durchführen sowie Grunddaten an Energie- und Ressourcenverbrauch offen legen muss, bevor die öffentlichen Prozeduren in die Wege geleitet werden.

 

(*) Revue – gekürzte Fassung (6/12/2025)

 

Mouvement Ecologique – 9. Dezember 2025