Einladung zur Konferenz: Das geheime Leben der wild lebenden Honigbienen
Der Mouvement Ecologique und Honey Bee Wild Luxembourg laden Sie herzlich ein zu einer Konferenz mit Dr. Benjamin Rutschmann.
Montag, 4. Mai 2026 um 18.30 Uhr im Oekozenter Pafendall, 6, rue Vauban, L – 2663 Luxemburg Pfaffenthal
Wilde Honigbienenvölker (Apis mellifera) galten lange Zeit als aus mitteleuropäischen Landschaften verschwunden, doch aktuelle Studien zeigen, dass sie häufiger vorkommen als bisher angenommen.
In diesem Vortrag werden aktuelle Erkenntnisse über das Vorkommen und die Ökologie wild lebender Honigbienenpopulationen in Europa vorgestellt.
Zu den wichtigsten Faktoren, die die Überlebenschancen wild lebender Honigbienenvölker beeinflussen, gehören die Qualität des Lebensraums – insbesondere die Verfügbarkeit geeigneter Nistplätze und Futterquellen – sowie Parasiten, Krankheiten, Prädation und die Auswirkungen imkerlicher Praktiken, wie beispielsweise der Verlust lokaler Anpassung.
Diese Faktoren wirken in komplexer Weise zusammen und beeinflussen, ob sich Populationen etablieren und sich möglicherweise langfristig selbst erhalten können.
Neben standardisierten Monitoring-Protokollen von Expertinnen und Experten werden Ergebnisse aus zwei groß angelegten Citizen-Science-Projekten in Deutschland und der Schweiz vorgestellt, die wertvolle Daten zur Verbreitung und Nistökologie wild lebender Honigbienenvölker geliefert haben und gleichzeitig die Herausforderungen von Citizen-Science hervorheben.
Über die Dokumentation ihrer Präsenz hinaus muss sich die Forschung nun mit grundlegenden Fragen befassen: Welche ökologischen Faktoren fördern oder begrenzen wilde Honigbienenpopulationen, und wie können Landschaften so gestaltet werden, dass sie diese unterstützen?
Der Referent: Dr. Benjamin Rutschmann ist Honigbienenforscher und Ökologe mit einem besonderen Fokus auf wild lebende Honigbienenvölker, ihre Nistplätze und Nahrungsressourcen. Er promovierte 2022 an der Universität Würzburg und hat an internationalen Forschungsprojekten in Europa, Afrika, Amerika und Asien mitgewirkt. Gemeinsam mit Patrick Kohl konnte er zeigen, dass wild lebende Honigbienenvölker in deutschen Wäldern häufiger vorkommen als bislang angenommen, und veröffentlichte darauf aufbauend die erste systematische Erhebung wild lebender Honigbienenvölker in Europa im Jahr 2018. In der Folge untersuchte er das Überleben wild lebender Völker in Deutschland, Spanien und der Schweiz, um einzuschätzen, ob sich diese Populationen langfristig selbst erhalten können. Zudem war er an groß angelegten Citizen-Science-Projekten in Deutschland und der Schweiz beteiligt, die wichtige Daten zur Verbreitung und Nistökologie wild lebender Honigbienenvölker geliefert haben. In jüngerer Zeit hat er an einer europaweiten Einordnung wilder Apis mellifera-Populationen mitgearbeitet, die dazu beitrug, dass wilde Honigbienen in der EU im Rahmen der IUCN Roten Liste als „Endangered“ (stark gefährdet) eingestuft wurden.
Nach der Konferenz ist Zeit für eine Diskussion und ein gemeinsamer „Patt“ wird angeboten.
Die Konferenz findet in deutscher Sprache statt. Die Folien werden zweisprachig (D/EN) angezeigt.
Weitere Informationen bei Roger Dammé (roger.damme@yahoo.com) und John Park (honeybeewildlux@gmail.com).








