Carbon Capture: Offene Fragen im neuen luxemburgischen Rahmendokument

Die Regierung möchte einen Rahmen für CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (“Carbon Capture”) entwickeln und hat dazu eine Taskforce eingerichtet. Zur Erklärung: es geht darum, CO2 aus Abgasen herauszufiltern und entweder zu speichern (unterirdisch in Materialien) oder in chemischen Prozessen anders zu nutzen. Zahlreiche Fragen zu sind dabei leider ungeklärt.

Die CO₂-Abscheidung und -Speicherung soll einen Beitrag zum Klimaschutz leisten – insbesondere in Industriezweigen, in denen bei chemischen Prozessen Emissionen entstehen, die nicht vermieden werden können. Die luxemburgische Regierung will hierfür einen Rahmen entwickeln. Zu dessen Erstellen werden betroffene Akteure in einer Art Taskforce zusammengerufen. Da die Industrie besonders betroffen ist, Nichtregierungsorganisationen nur über begrenzte Mittel verfügen, wird das Gremium verständlicherweise vor allem von Industrie und Forschung geprägt, was aber für eine ausgewogene Diskussion nicht förderlich ist.

Es ist verständlich, dass es Lösungen für bestimmte Industriezweige geben muss. Dabei stellen sich aber auch aus der Sicht der Befürworter zahlreiche Fragen: Wo könnte in Luxemburg CO₂ gespeichert werden? Wie kann ein Anschluss an ausländische Infrastrukturen erfolgen? Wer würde die Kosten tragen? Und wie könnte eine dauerhafte Speicherung ohne Greenwashing gewährleistet werden?

Diese Fragen sollen in der Taskforce geklärt werden, in der Industrievertreter, Planungsbüros, Transportunternehmen, Forschungseinrichtungen und auch der Mouvement Ecologique vertreten sind

Der Mouvement Ecologique verfolgt das Dossier sehr kritisch: denn die CO2-Speicherung ist nicht ohne Grund umstritten. So zeigt eine Studie des Öko-Instituts von 2024 eine Vielzahl an Risiken auf (Sicherheit, Umweltrisiken, Kosten uvm.) und mahnt zu einem vorsichtigen Vorgehen.

Vor allem aber bedauert der Mouvement Ecologique zutiefst, dass derzeit seitens des Ministeriums derart viele Ressourcen in dieses Thema investiert werden, während es bei der Wärmeplanung nicht wirklich vorangeht. Auch wenn es seitens verschiedener Kreise berechtigte Interessen an “carbon capture” gibt, müsste die Wärmeplanung eine Priorität darstellen.