Bioaktionsplan des Landwirtschaftsministeriums: Fehlende politische Weichenstellung für eine zukunftsorientierte Landwirtschaftspolitik – Vorschläge zur notwendigen Kurskorrektur
Kurz vor Weihnachten hat das Landwirtschaftsministerium den seit langem erwarteten Aktionsplan zur Bio-Landwirtschaft PAN-Bio 2030 vorgestellt.
Der Mouvement Ecologique und andere Akteure des Sektors hatten der Landwirtschaftsministerin bereits vor Monaten vorgeschlagen, einen Austausch zu diesem wichtigen Aktionsplan mit allen betroffenen Akteuren durchzuführen.
Leider war die Bereitschaft für einen konstruktiven Dialog im Vorfeld nicht erwünscht, sodass der Mouvement Ecologique nur den vorgelegten Plan kommentieren kann. Dabei wäre eine konstruktive Einbindung im Vorfeld weitaus zielführender gewesen.
Der nun vorliegende Aktionsplan bleibt leider weit hinter den Notwendigkeiten zurück.
Denn Fakt ist: Wie aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, schützt der Biolandbau die Biodiversität weitaus stärker[1] als die konventionelle Landwirtschaft, die in ihrer heutigen Form leider maßgeblich an der Zerstörung natürlicher Lebensräume und dem dramatischen Artenrückgang beteiligt ist.
Biolandbau ist zudem aus finanzpolitischer Sicht absolut von Vorteil: Denn die hohen Kosten, die u.a. für die Reduktion der Nitratbelastungen durch die konventionelle Landwirtschaft bzw. die Reduktion der landwirtschaftlichen Pestizide im Trinkwasser aufgebracht werden müssen, fallen weg. Dies da bereits beim Biolandbau im Vorfeld derartige Belastungen vermieden werden. Gleiches gilt für die Ewigkeitschemikalien und vieles andere mehr.
Der Nachweis, dass der Biolandbau aus gesundheitlicher Sicht zu bevorzugen ist (sowohl aufgrund des z.B. geringeren Pestizideintrages in unsere Ökosysteme als auch die geringere Belastung der Lebensmittel durch unerwünschte Stoffe), ist zudem seit langem bekannt.
Der Biolandbau dient als Pfeiler zum Erhalt der Kulturlandschaft, dem Gemeinwohl in überragender Weise und muss entsprechend das zentrale Element der agrar-ökologischen Transformation sein, in besonderer Weise auch im Sinne der Landwirte. Der Biolandbau ist zudem weitaus weniger dem Weltmarkt und der geopolitischen Lage ausgeliefert, was gerade in heutigen Krisenzeiten von besonderer Relevanz ist.
Mit dieser kritischen Analyse möchte der Mouvement Ecologique seinen Beitrag leisten, damit der PAN-Bio 2030 sich desto mehr mit doppelter Schlagkraft fortentwickelt, Kurskorrekturen durchgeführt und umgesetzt werden. Dabei muss zumindest bei der Ausgestaltung der einzelnen Maßnahmen unbedingt mit den betroffenen Akteuren ein Austausch stattfinden, wenn dies schon nicht bei der Erstellung des Planes erwünscht war.
Denn: zahlreiche vom Mouvement Ecologique aufgeführte Punkte könnten – falls der politische Wille hierzu besteht – auch jetzt noch angegangen werden. Sie stehen nicht im Widerspruch zum Bioaktionsplan.
Erwähnt sei noch, dass etliche im Plan angeführte Maßnahmen durchaus die Zustimmung des Mouvement Ecologique finden (da auch bereits im Pan Bio 2025 aufgeführt). Dies ändert jedoch nichts an zentralen Schwachstellen des Aktionsplanes.
[1] https://www.mnhn.fr/fr/alerte-presse/une-nouvelle-etude-montre-que-la-plupart-des-especes-d-oiseaux-en-france-sont-plus
Die Stellungnahme sowie den Begleitbrief finden Sie in den Downloads.
22.01.2026






