Video/Bericht zur spannenden Konferenz zur Transition im Bereich der Wärmeversorgung

„Wenn wir von Energiewende sprechen, meinen wir meist die Stromwende – dabei ist die Wärmewende eigentlich mindestens genauso relevant.“ Mit diesen Worten leitete Raphael Gruseck, Leiter im Bereich Wärmenetze bei der Energieagentur Kreis Ludwigsburg LEA e.V., einen äußerst spannenden und didaktisch hervorragend aufgebauten Vortrag ein. Insgesamt 55 Personen nahmen an der Online-Konferenz am 4. Dezember 2025 teil.

 

Im Publikum waren zahlreiche Akteure vertreten, die direkt von Fragestellungen der Wärmeplanung betroffen sind – darunter Gemeindemitarbeitende, Vertreter öffentlicher Institutionen (z. B. Klima-Agence, ILR), Planungsbüros und Betreiber. Dazu kamen viele interessierte Bürger:innen.

 

Der Referent verstand es, das komplexe Thema der Wärmewende fachkundig und zugleich sehr zugänglich zu vermitteln und gleichzeitig die zentralen gesellschaftspolitischen Fragen und Entscheidungsräume klar aufzuzeigen. Anhand praxisnaher Beispiele – unter anderem mit einer kurzen Darstellung der Abwägung zwischen zentralen (z. B. Wärmenetze) und dezentralen (z. B. Wärmepumpen) Wärmequellen in verschiedenen Vierteln der Stadt Luxemburg– wurde das Publikum schrittweise durch die vielfältigen Aspekte der Wärmewende geführt.

 

Bedarf an Wärme in den unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft

 

Raphael Gruseck analysierte zudem die Vor- und Nachteile verschiedener Wärmequellen – von Gas über Biomasse bis hin zu dezentralen erneuerbaren Lösungen und Wärmenetzen – und verdeutlichte, dass es nicht die eine perfekte Lösung gibt. Vielmehr müssen die Akteure vor dem Hintergrund eines baldigen Endes der Nutzung von Erdgas zwischen unterschiedlichen Optionen abwägen. Diese Abwägungen sind politische Entscheidungen, in die die Gesellschaft einbezogen werden muss. Der Referent hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung einer frühzeitigen und klaren Kommunikation sowie die Notwendigkeit von Planungssicherheit für alle Beteiligten hervor.

Notwendiger Handlungsbedarf in der Wärmewende um die Dekarbonisierung in diesem Bereich umzusetzen

 

Eine besondere Rolle kommt der kommunalen Wärmeplanung zu, die realitätsnah und umsetzbar sein sollte und nicht als Verzögerungsinstrument verstanden werden darf. In einigen Vierteln ist die Entscheidung eindeutig: Entweder bietet sich aufgrund hoher Siedlungsdichte nur ein Wärmenetz an oder aber dezentrale Lösungen sind sinnvoller, wenn Gebäude weit auseinanderstehen. Wo diese Entscheidung nicht sofort klar ist, liefert die Wärmeplanung die notwendige Grundlage für eine sachliche Diskussion über die möglichen Optionen.

 

Der Referent betonte darüber hinaus, dass die Klärung der Zuständigkeiten nicht erst nach Abschluss der Planung erfolgen darf. Bereits frühzeitig müsse definiert werden, wer welche Aufgaben übernimmt, welche Ressourcen (Know-how, Personal etc.) vorhanden sind, welche aufgebaut werden müssen, wer ein mögliches Wärmenetz betreiben könnte und wie dessen Finanzierung aussehen soll. Die Beantwortung dieser Fragen ist entscheidend, um die spätere Umsetzung sicherzustellen.

 

Diese Überlegungen spiegelten sich auch in den zahlreichen Rückfragen und Wortmeldungen des Publikums wider, das sich intensiv mit den Rollen der verschiedenen Akteure in Planung, Umsetzung und Betrieb auseinandersetzte.

 

Die Konferenz wurde aufgezeichnet und steht auf der Webseite (auf Deutsch) zur Verfügung. Die Vortragsfolien können im Downloadbereich oben rechts heruntergeladen werden.

 

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