• Print Friendly


Luxemburger Regierung soll auf EU-Ebene konsequent für ein Glyphosat-Verbot – statt für eine Verlängerung der Zulassung bis 2031 eintreten!

Glyphosat, besser bekannt unter der Handelsmarke Roundup©, ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel. Das Internationale Krebsforschungszentrum IARC (International Agency for Research on Cancer) der Weltgesundheitsorganisation hat den Wirkstoff Glyphosat im letzten Jahr als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft.

Durch viele Studien ist der Beweis längst erbracht (z.B. Rückstände in der Muttermilch, im Urin), dass große Teile der Bevölkerung über die Ernährung (z.B. Brot, Bier) direkt mit Glyphosat in Kontakt kommen.

In einer gemeinsamen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Juni 2015 erkennen die Minister C. Dieschbourg, L. Mutsch und F. Etgen zumindest die krebserregende Wirkung von Glyphosat für Personen an, die beruflich damit in Kontakt kommen. Begrüßenswerterweise haben im Sommer 2015 aufgrund der alarmierenden Nachrichten eine ganze Reihe von Geschäften in Luxemburg Glyphosat / Round up, aus ihrem Angebot entfernt.

Umso erschreckender die rezente Nachricht, dass die EU Kommission Anfang März die Zulassung von Glyphosat um weitere 15 Jahre, also bis 2031(!) verlängern will. Sie beruft sich dabei auf den – von vielen unabhängigen Wissenschaftlern kritisierten – positiven Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu Glyphosat. Viel zu spät hat die EU Kommission auch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) mit dem Problem befasst, so dass der Bericht der ECHA über die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat erst im Jahr 2017 veröffentlicht werden soll… dieser Bericht aber nicht abgewartet werden soll!

Die Entscheidung soll von Vertretern aller Mitgliedstaaten im ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel getroffen werden.

Die Luxemburger Regierung muss jetzt Farbe bekennen!

Im Sinne einer vorbeugenden Umwelt- und Gesundheitspolitik, wiederholt der Mouvement Ecologique seine Forderungen an die Regierung sich auf europäischer Ebene – und vor allem jetzt ebenfalls im Vorfeld der Entscheidung im März – konsequent gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat einzusetzen.

Außerdem fordert der Mouvement Ecologique die politischen Parteien auf, eine Debatte in der Abgeordnetenkammer über die weitere Vorgehensweise und die Haltung Luxemburgs sicherzustellen (sowohl was die Positionen auf EU-Ebene als auch was die Verwendung und das Verbot glyphosathaltiger Pestizide in Luxemburg betrifft).