Naturschutz Land- und Forstwirtschaft
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Zur Abstimmung in der Abgeordnetenkammer betreffend die «Liaison Micheville»:

Am heutigen Dienstag haben die Abgeordneten ihre Zustimmung für die sogenannte « Liaison Micheville » im Süden des Landes gegeben, welche Belval mit dem französischen Strassennetz verbinden soll.

Der Mouvement Ecologique sieht die Notwendigkeit dieser Strasse durchaus ein. Nur : auf französischer Seite ist die Trassenführung aus Naturschutzsicht äußerst problematisch und würde ebenfalls gravierende Auswirkungen auf luxemburger Seite haben.

Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Viele bedrohte Arten finden in den alten Tagebaugebieten in der Minettregion sowohl auf französischer als auch auf luxemburger Seite wichtige Rückzugsräume in einer ansonsten weitestgehend ausgeräumten Landschaft. In Luxemburg sind diese Flächen als Natura2000-Gebiete ausgewiesen. Wie grüne Inseln ragen diese Schutzzonen aus dem dichten Ballungsraum zwischen dem französischen Grenzgebiet, Petingen und Düdelingen heraus. Die geplante Trasse auf französischer Seite würde mitten durch diesen wertvollen Biotopverbund führen und ihn somit nachhaltig zerstören (mehr als 100 verschiedene geschützte Arten!). Durch die geplante Verkehrstrasse würde zudem jeder Austausch mit den verschiedenen luxemburgischen „Habitat“-Gebieten unterbunden…. also diese ebenfalls erheblich beeinträchtigen. Trotzdem haben die verantwortlichen französischen Instanzen keine Impaktstudie durchgeführt, so wie es die EU vorschreibt.
  • Es versteht sich von selbst, dass französische und luxemburger Naturschutzorganisationen Klage gegen diese Trassierung auf französischer Seite eingereicht haben, da die Vorgehensweise augenscheinlich EU-Recht widerspricht!

Der Mouvement Ecologique hatte – wie auch andere Organisationen – die Regierung sowie die Abgeordneten aufgefordert, bei der heutigen Entscheidung zum Bau der “liaison micheville” diesen Überlegungen Rechnung zu tragen und eine klare Aussage zu machen, dass die luxemburger Regirerung sich bei den französischen Autoritäten für den Respekt von EU-Recht, für die Durchführung einer grenzüberschreitenden Impaktstudie sowie für den Schutz wertvoller Natura2000-Gebiete einsetzen würde. Eine derartige Vorgehensweise wäre desto legitimer, da Luxemburg mittels EU-Geldern den Bau der Strasse auf französischer Seite unterstützt.

Kommt hinzu, dass auch in Luxemburg ein Verkehrschaos vorprogrammiert ist; wenn die Trassierung des französischen Abschnitts aufgrund der Klage nicht parallel erfolgen kann.

Doch scheinbar wollte weder die Regierung noch die Abgeordneten sich der Situation stellen, ansonsten hätten sie u.a. im Rahmen des Votums in der Abgeordnetenkammer diese Verantwortung übernommen. Eine Tatsache die umso bedauerlicher ist, da es auf französischer Seite Strassenführungen gibt, die auch von den Naturschutzorganisationen als Alternative anerkennt werden !

Wenn denn nun “Frisange II” droht, dann stehen die Regierung sowie die Abgeordnetenkammer in der Verantwortung!

Es gilt nicht nur wertvolle Naturräume im Grenzraum zu schützen, sondern auch ein letztes größeres und zusammenhängendes Erholungsgebiet in einer stark zersiedelten Landschaft für unsere Nachkommen zu erhalten.

 

Date de publication: 24.04.2012
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