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Mobilität
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Schülertransport: Heute handeln statt morgen VTT!

Weichen stellen, damit SchülerInnen in Zukunft ohne Verspätungen in die Schule kommen können.

Verspätungen gehören mittlerweile zum Alltag von vielen SchülerInnen. Gründe gibt es viele. Lange Erklärungen fürs zu spät kommen müssen die meisten SchülerInnen sich jedoch nicht mehr einfallen lassen, denn mittlerweile weiß jeder, wie komplett überfordert unser Straßen- und Schienennetz vielerorts ist: Das haben auch die DirektorInnen und LehrerInnen mittlerweile erkannt. Jedoch sind die Konsequenzen für die SchülerInnen, abhängig von der von ihnen besuchten Schule, oftmals eingetragene Verspätungen, Nachsitzen oder sogar die Ausschließung vom Unterricht.

Auch die bisher geplanten Maβnahmen werden dieses Problem auf Dauer nicht lösen können. Auf Beschwerden verschiedener Schulen hin, wurde auf Seite der Behörden anscheinend entschieden, ab dem 10. Dezember die Schulbusse 10 Minuten früher auf ihre Busstrecke zu schicken. Dies ist jedoch nur eine oberflächliche Lösung, denn es handelt sich hier um ein viel tiefgründigeres Problem. Die Busse früher abfahren zu lassen wird wahrscheinlich nur dazu führen, dass die SchülerInnen zehn Minuten früher im Stau stehen. Außerdem löst es das Problem von ausfallenden und verspäteten Zügen nicht.

Vielmehr müsste man die Problematik bei der Wurzel anpacken und über die Ursachen unserer verstopften Straßen und Schienen diskutieren, um anschließend Lösungsansätze auszuarbeiten und diese dann schnellstmöglich umzusetzen. Denn unsere Generation, die jetzt wegen den Staus nachsitzen muss, soll nicht auch noch für die Tatenlosigkeit der Politik und die Bequemlichkeit vieler Erwachsener gerade stehen müssen.

Es gibt viele Ursachen für diese Situation, die nicht nur für die SchülerInnen, sondern auch für alle Nutzer öffentlicher Transportmittel, sowie für stressgeplagte Autofahrer,  Anwohner und die Umwelt verheerende Konsequenzen hat: Die Distanz vom Wohnort bis zur Schule oder zur Arbeit ist häufig nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen. Der Bus steht häufig im gleichen Stau, wie die Autos. Als Zugfahrer muss man sich jetzt auch immer häufiger auf Verspätungen einstellen. Meistens sind die Autos nur mit einem Fahrer besetzt.

Lösungsansätze für die Probleme liegen jedoch auf dem Tisch, beziehungsweise im Schrank. Eine strukturierte Landesplanung, höhere Investitionen in die sanfte und öffentliche Mobilität, Prioritätenbahnen für Busse, eine viel stärkere Förderung der Mitfahrgelegenheiten ggf. deren Priorität im Straßenverkehr, digitale Lösungen wie Mitfahr-Apps, uvm… Dabei sind alle gefordert: Staat, Gemeinde, Betriebe, Schulen und die Schüler selbst. Und warum nicht auch – um zumindest teilweise für eine Verbesserung zu sorgen – eine Flexibilisierung der Schulzeiten ins Auge fassen, damit diese sich weniger mit den Spitzenstunden des Berufsverkehrs überschneiden.

Hinzu kommt, dass unser Wirtschaftsmodell immer mehr Menschen anzieht. Dadurch wird sich die Situation also noch verschärfen! Der heutige Ausbau der Infrastruktur des öffentlichen Transportes läuft dieser Entwicklung gnadenlos hinterher.

move. ist der Meinung, dass die Politik hier gefordert ist. Sie muss an unsere Generation (und folgende) denken, gestalten, und nicht reagieren wenn es schon zu spät ist. Gerade beim Thema Wachstum muss sie sich einer breiten Debatte über das „Modell Luxemburg“ stellen. Minister sollen sich nicht nur mit den vermeintlichen finanziellen „Gewinnen“ einer Wachstumspolitik brüsten, sondern auch ehrlich über die Konsequenzen von Wachstum auf Umwelt, Mobilität und die Gesundheit der Menschen diskutieren. Geschieht dies nicht, werden SchülerInnen auch in Zukunft die Konsequenzen des Wachstums jeden Tag auf ihrem Schulweg zu spüren bekommen.

Ab sofort gilt daher, zügig an Lösungen zu arbeiten. Zudem sind wir sogar der Überzeugung, dass hier auch ein stärkeres Einbinden der Jugendlichen zielführend ist!

 

 

Publication date: 07.11.2017
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