Mobilität
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Mobilität und Landesplanung im Alzettetal, der Region Mersch sowie in der Nordstad

Vertreter des Mouvement Ecologique (Regionalen “Uelzechtdall”, “Miersch an Emgéigend” sowie “Nordstad”) hatten rezent eine konstruktive Unterredung mit Transportminister François Bausch und Landesplanungsminister Claude Turmes, begleitet von einer Reihe von Beamten. Eine kurze Zusammenfassung soll wesentliche Elemente der zweistündigen Sitzung wiedergeben.

Im Fokus standen vor allem regionale Mobilitäts- und Planungskonzepte, vom Alzettetal bis in die Nordstad. Im Vorfeld der Sitzung hatte der Mouvement Ecologique und seine Regionalen den Ministern bereits Anregungen sowie Fragen zu der Situation in den verschiedenen Regionen zugestellt.

 

Entwicklung des Alzettetals

Zuerst wurde die Situation zwischen Walferdingen und Mersch besprochen. Dabei stand vor allem das Mobilitätskonzept der N7 im Fokus. François Bausch hob hervor, im Rahmen der Umbauarbeiten würden prioritär der Radverkehr sowie der öffentliche Transport gefördert. Auf Wunsch der Gemeinden würden dabei jedoch auch eine Reihe von Parkplätzen erhalten bleiben, die aus ihrer Sicht u.a. für die Geschäftswelt unerlässlich wären. Der Minister geht davon aus, dass das Projekt nunmehr recht zügig vorangeht und sagte zu, dem Mouvement Ecologique die Pläne zur Verfügung zu stellen. Claude Turmes verwies darauf, dass die Alzettetalgemeinden auf ihren eigenen Wunsch nicht mehr im Rahmen eines Konventionsgebietes zusammengeschlossen seien, die Zusammenarbeit in Zukunft vielmehr thematisch in einzelnen Sachdossiers erfolgen solle.

Besprochen wurde zudem die Pünktlichkeit der Züge sowie die Frage, inwiefern nach dem Ausbau des Bahnhofs Dommeldingen, die Züge aus dem Süden, die die Haltestelle “Pafendall-Kirchberg” bedienen, ihren Terminus in Dommeldingen haben werden oder aber bis Mersch bzw. Ettelbrück weiterfahren. Der Minister sicherte zu, hier würden Anstrengungen erfolgen; allerdings sei das Netz bekannterweise überlastet, weshalb ja auch der Infrastrukturausbau konsequent weiter geführt werde.

Die Bedeutung des Parkraummanagements wurde dann auch im Rahmen des “Edupôle in Walferdingen” besprochen. Immerhin wäre hier ein Bahnhof in direkter Nähe. Was die Gesamtentwicklung verschiedener Ortschaften bzw. ihre Zusammenarbeit anbelangt, wird der Minister für Landesplanung demnächst eine Initiative ergreifen.

Der Stand der Dinge eines wichtigen Teilstücks des nationalen Radweges PC15, zwischen dem Bahnhof Dommeldingen und den „Krommlängten“ wurde ebenfalls kurz besprochen. Hier soll es sich, gemäß Minister, nur noch um einige Formalitäten handeln um dieses Teilstück endlich in Angriff nehmen zu können. Einmal fertiggestellt werden die Fahrradfahrer autofrei und ohne Hindernisse westlich den Zuggleisen von Dommeldingen nach Walferdingen radeln können.

Zur Diskussion standen ebenfalls der Vorschlag des Mouvement Ecologique zwischen Rollingen und Lintgen eine Bushaltestelle einzurichten, da sich dort mittlerweile eine Reihe von Firmen angesiedelt haben. Der Transportminister gab an, er sähe kein Problem, dass diese geschaffen werden solle.

 

Merscher Bahnhof und Projekte in Schoenfels

Die Merscher Regionale Ihrerseits sprach die neu geplante Unterführung beim Bahnhof Mersch an, der das Zentrum mit dem neuen Siedlungsprojekt am früheren CEPAL-Standort verbinden soll. Die Frage, die sich dabei stellte, war, ob die Unterführung nicht attraktiver für Fußgänger und Radfahrer gestaltet werden könnte, als dies, Informationen des Mouvement Ecologique zufolge, derzeit der Fall sei. D.h. eine breitere offene Passage für Fußgänger und Radfahrer, was sich auch aus urbanistischer Sicht aufdrängt. Das Ministerium verwies darauf, dass es aufgrund des Baus von Rampen dabei technische Probleme gebe und somit der Busbahnhof räumlich versetzt werden müsse. D.h. die Entscheidung zwischen einer optimierten Unterführung oder einer “Bus-Gare” hätte getroffen werden müssen, wobei sich für letztere entschieden wurde. Wobei die Situation für Fußgänger und Radfahrer trotzdem attraktiv wäre. Der Minister sagte zu, dem Mouvement Ecologique die Pläne zuzustellen, damit die Regionale die Planung im Detail begutachten könne.

Vor allem aber standen umstrittene Planungen in Schoenfels auf der Tagesordnung. Dabei geht es darum, dass – für die Ansiedlung der Natur- und Forstverwaltung sowie die “Stëmm vun der Strooss” – auf dem Areal des Schoenfelser Schlosses über 70 Parkplätze (!) geschaffen werden sollen. Zudem soll am Eingang von Schoenfels – von Mersch aus kommend – ein sehr groß dimensionierter Kreisverkehr entstehen. Der Mouvement Ecologique hinterfragt sowohl die Anzahl von geplanten Parkplätzen sowie die Größenordnung des Kreisverkehrs. Zudem würde die Trassierung der geplanten Fahrradpiste, die absolut begrüßenswert ist, aus Denkmalschutzsicht ein Problem darstellen.
F. Bausch sowie C. Turmes deuteten in der Sitzung jedoch an, dass ggf. eine Bereitschaft besteht, das Projekt in der Größenordnung zu überdenken. Der Mouvement Ecologique und seine Regionalen richteten in der Folge nebenstehendes Schreiben an die Umweltministerin.

 

Sanfte Mobilität in der Nordstad

Betreffend die Nordstad wurde eine Vielfalt von Projekten diskutiert, die für eine Förderung der sanften Mobilität sowie des öffentlichen Transportes in Planung oder bereits im Bau sind.  Die Minister kündigten den baldigen Abschluss der Studie zur „cyclabilité Nordstad“ an. Diese werde dem Mouvement Ecologique zugestellt, so die Minister.

Was den Fuß- und Radweg zur Ackerbauschule anbelangt, so konnte der Minister der Regionale zusichern, dass 2 Wege, einer für Fußgänger ab der Bushaltestelle in der rue Merten und einer für Radfahrer, in Planung sind und in Kürze gebaut werden sollen.

Auf der Ebene des Ettelbrücker Bahnhofs führte der Transportminister an, sei es geplant die ganze Gestaltung der Busquais inkl. der Information (Fahrpläne, Liniennummern, etc.) in Zukunft aus einer Hand zu konzipieren. Die Busse fahren seit Umbaubeginn von 4 verschiedenen Arealen ab, und dies werde sich auch über die ganze Bauphase immer wieder verändert darstellen. Umso wichtiger ist es, dass die Kunden nicht nur korrekt informiert werden, sondern, dass auch gut erkennbar ist, wo welcher Bus abfährt.

Diskutiert wurde ebenfalls die konkrete Gestaltung des Fahrradweges auf der Axe zwischen Diekirch und Ettelbrück.

Da dort viele konkrete Detailplanungen anstehen, wurde vereinbart, dass eine weitere Sitzung mit den zuständigen Beamten der Straßenbauverwaltung stattfinden sollte. Die Beamten versprachen bei der Unterredung nach Verbesserungsmöglichkeiten betreffend die Fahrradverbindung bei einem gefährlichen Bahnübergang zwischen Diekirch und Ingeldorf zu suchen. Auch alle anderen Fragen wurden zur Zufriedenheit der Vertreter der Regionalsektion beantwortet. Leider stocken viele Fahrradpistenausbaupläne aufgrund von schwierigen Eigentumsverhältnissen. Claude Turmes informierte als Landesplanungsminister, dass die Zusammenarbeit auf Nordstadebene sich gut entwickele, im Hinblick auf eine Gemeindefusion, so dass die Idee ihren Weg mache.

Die Frage des Parkraummanagements kam im übrigen im Laufe der Sitzung mehrfach zur Sprache, wobei die beiden Minister darauf verwiesen, dass gemäß Gutachten des Staatsrates eine staatliche Begrenzung des Parkraumes auf Gemeindeterritorium im Widerspruch zum Prinzip der “autonomie communale” stehe und somit nicht rechtens wäre. Ihnen wären auf nationaler Ebene, aus juristischer Sicht, bis auf weiteres die Hände gebunden.

Im Laufe der Sitzung informierte Transportminister F. Bausch ebenfalls, dass sein Ministerium eine Broschüre mit Empfehlungen für die Planung von Tempo 30 Zonen veröffentliche.

Angesprochen wurden ebenfalls die sektoriellen Pläne der Landesplanung. In diesem Zusammenhang soll eine weitere Sitzung mit Landesplanungsminister Claude Turmes stattfinden.

 

Mouvement Ecologique

Mouvement Ecologique Regionale Uelzechtdall

Mouvement Ecologique Regionale Miersch an Emgéigend

Mouvement Ecologique Regionale Nordstad

 

 

Date de publication: 03.06.2019
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